Kennen Sie den schon?

Warum beantworten Juden jede Frage mit einer Gegenfrage?
– Warum nicht?

Israelis im Cafe
Miriam Alster/Flash90

Unsere weisen Rabbiner haben ihren Kollegen geraten, jede Vorlesung mit einem Witz zu beginnen, damit die Zuhörer aufgelockert und positiv gestimmt sind und so das Material besser aufnehmen können.

Jetzt, da Sie lächeln, können wir mit dem Ernst dieses Texts beginnen, denn es handelt sich um ein wirklich ernstes Thema, die Freude. Wer nicht glaubt, dass dies wirklich so wichtig ist, sollte sich einmal die Flüche in 3. Mose 28: 14-48 durchlesen, die mit den Worten enden, „Dafür, daß du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast mit fröhlichem und bereitwilligem Herzen, als du an allem Überfluß hattest, mußt du deinen Feinden, die der Herr gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem; und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat.“

Es ist also nicht nur der Dienst, der den Juden ein gutes Leben gewährt, der Dienst muss auch noch mit fröhlichem Herzen getan werden. Dies scheint ein bestimmender Faktor zu sein und auch in dem Thoraabschnitt dieser Woche, Reeh, ist Freude ein wichtiges Thema. In 5. Mose 12:7 heißt es, „Und dort sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein, ihr und eure Familien, über allem, was eure Hand erworben hat, womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat.“ Hier wird das Volk Israel aufgerufen, mit der gesamten Familie nach Jerusalem zu kommen, um dort zu essen und fröhlich zu sein, und das war ein Befehl!

Einige Verse weiter (5. Mose 12:12) heißt es wieder, „Und ihr sollt fröhlich sein vor dem Herrn, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und Mägde, auch der Levit, der in euren Toren ist; denn er hat keinen Teil noch Erbe mit euch.“ Man kann einmal versuchen sich die Party vorzustellen, die am Tempelberg in Jerusalem stattfand, als sich das ganze Volk dort versammelte und fröhlich war.

Wie aber kann man jemandem befehlen, fröhlich zu sein? „Du sollst fröhlich sein!“ ist etwas anderes als „Du sollst nicht töten!“ wir haben nicht die gleiche Kontrolle über unsere Gefühle, wie über unsere Taten.

Wir können Gefühle zwar nicht erzwingen, aber wir können sie doch beeinflussen und die Bedingungen schaffen, dass die gewünschten Gefühle aufkommen. Im obigen Vers wird essen erwähnt und es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie ein gutes Mahl die Stimmung heben kann. Auch die Empfehlung der Rabbiner, Witze zu erzählen, um ihre Zuhörer in eine empfängliche Stimmung zu versetzen, ist ein Weg, Emotionen zu lenken. Freude ist nicht nur die Weise, in der wir den Dienst Gottes zu tun haben, also nicht nur Mittel zum Zweck, sondern selbst ein Zweck und wir müssen versuchen, auf koschere Weise unser Leben mit Freude zu füllen. Nein, nicht versuchen, wir werden in der Bibel dazu verpflichtet!

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