Jüdisches Polen 2018

Polen interessiert mich nicht – im Gegenteil, Polen ist ein Land, das mir Angst macht. Wenn man mich gefragt hätte, ob ich nach Polen fliegen möchte, hätte ich nein gesagt, eindeutig! Doch heute denke ich völlig anders darüber.

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Polen interessiert mich nicht – im Gegenteil, Polen ist ein Land, das mir Angst macht. Wenn man mich gefragt hätte, ob ich nach Polen fliegen möchte, hätte ich nein gesagt, eindeutig! Es ist dort so viel Blut von Juden vergossen worden. Endlos viele Geschichten des Bösen und von Gräueltaten hörte man von dort. In den 500 Jahren, in denen sich die Juden zu einer riesigen Gemeinde entwickelt hatten, mussten sie so viel Leid ertragen, wurden unterdrückt und immer von den Befehlshabern und Bürgern gedemütigt.

Also, was habe ich dort zu suchen? Billig Einkaufen – das bin ich nicht! – obwohl das auch zu einem israelischen Trend geworden ist: ein Flug nach Warschau, um billig einzukaufen. Mich bringen die Worte Warschau, Krakau oder – Gott bewahre – Auschwitz zum Zittern.

Und trotzdem bot man mir an, nach Polen zu fliegen und ich habe es getan. Ich bin im Rahmen von dem „Marsch des Lebens“ geflogen, ein Marsch der Juden aus aller Welt. Ein Marsch, an dem auch gute christliche Bürger aus der ganzen Welt teilnehmen, um selbst den Weg zu gehen und zu sagen: „Nie wieder! No more!“ Ich marschierte gemeinsam mit einer Gruppe aus Deutschland und der Schweiz. Wir fühlten zusammen das bebende Zittern, das während des Marsches durch unsere Körper ging.

Der große Höhepunkt war der Marsch in Auschwitz: Tausende marschierten gemeinsamen ein paar Kilometer von Auschwitz nach Birkenau. Früher war dies der Marsch des Todes, die Menschen liefen diese Kilometer, und es war ihr letzter Marsch.

Bei unserem Eintreffen in Birkenau zu den Klängen der Shofarot und der Gebete der Rabbiner fühlten wir uns wie ein lebendes menschliches Gewebe. Wir fühlten uns vereinigt und verbunden im Schmerz, und noch mehr in der Hoffnung.

Und ich sage Ihnen, nach Polen zu fliegen ist nicht nur ein Privileg, es ist eine Pflicht. Es ist eine Verantwortung, meine und Ihre, den Marsch zu gehen und mittels unserer Beine und der miteinander verbundenen Herzen zu sagen: Wir sind hier. Und wir lassen es nicht zu, dass dieser Wahnsinn noch einmal passiert. Daher werde ich auch in diesem Jahr wieder auf diese emotionelle Reise gehen.

Ich möchte Sie einladen, jeden Einzelnen von Ihnen, sich mir anzuschließen und an dieser gleichwohl menschlichen, als auch geistlichen und bedeutungsvollen Unternehmung teilzunehmen.

Reiseprogramm und weitere Informationen

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