Jeder zweite Israeli befürchtet weiteren Holocaust

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages warnt Benjamin Netanjahu vor den Gefahren, denen die Juden heute ausgesetzt sind.

von | | Themen: Holocaust

In Israel leben heute noch 189.000 Holocaust-Überlebende. Von diesen leben 45.000 unter der Armutsgrenze und monatlich sterben rund 1200. Anlässlich des heutigen Holocaust-Gedenktages warnte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu die westlichen Staaten, erneut einen bitteren Fehler zu machen. Er warf der internationalen Gemeinschaft vor, die Augen vor der aggressiven Politik des Irans zu verschließen, wie es die Welt einst auch gegenüber Nazi-Deutschland machte.

„Der Westen machte einen fatalen Fehler vor dem Zweiten Weltkrieg und wir sind überzeugt, dass der Westen den gleichen Fehler wiederholt“, so Netanjahu. Er zeigte in seiner Rede die Gefahren im Nahen Osten auf, dazu auch die Absicht des Irans, Israel von der Landkarte zu streichen.

In den letzten Tagen äußerten zahlreiche Israelis öffentlich ihre Zustimmung, und erklärten, dass die Welt aus ihrer Sicht nichts aus dem Holocaust und der Vernichtung der sechs Millionen Juden gelernt habe. „So wie der Westen den Holocaust in Europa verpasst hat, verpasst er nun die Gefahr des radikalen Islams, der die Vernichtung Israels predigt“, meinte der 91-jährige Holocaust-Überlebende Mordechai Kestner. „Es ist unsere Aufgabe, solange wir leben, die Welt daran zu erinnern, dass die Nazis ein Drittel des jüdischen Volkes weltweit ermordet haben.“

Vor dem Holocaust zählte die jüdische Weltbevölkerung über 16 Millionen Menschen, heute werden über 14 Millionen Juden weltweit gezählt. Immer noch zwei Millionen Juden weniger als vor 70 Jahren. Die israelische Webseite NRG veröffentlichte eine Umfrage, nach der jeder zweite Israeli einen neuen Holocaust befürchtet.

Die Universität Tel Aviv veröffentlichte parallel eine Studie über den steigenden Antisemitismus in Europa. Im vergangenen Jahr wurden der Studie zufolge 766 antisemitische Vorfälle registriert, 38 Prozent mehr als 2013. Dies beinhaltete Anschläge auf Juden, Vandalismus und Drohungen gegen Juden oder jüdischen Einrichtungen. Mehr darüber erfahren Sie in der Mai-Ausgabe der Israel Heute-Zeitschrift.

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