Israelischer Gesundheits-Minister an Corona erkrankt

Yaakov Litzman und seine Frau mit dem Virus infiziert – Auch Netanjahu muss wieder in die Isolation – 6211 Coronakranke

Israelischer Gesundheits-Minister an Corona erkrankt
Olivier Fitoussi/Flash90

Das Coronavirus hat nun auch einen Minister der israelischen Regierung erreicht. Ausgerechnet Gesundheitsminister Litzman wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Wie ein Sprecher deines Ministeriums erklärte, sei auch Litzmans Frau mit dem Virus infiziert. Beiden gehe es jedoch soweit gut und würden mit den nötigen medizinischen Maßnahmen versorgt. Der Gesundheitsminister wird in der nächsten Zeit von Zuhause aus arbeiten und sich weiterhin seinem Amt widmen.

Alle die in Kontakt mit Litzman und seiner Frau waren, wurden gemäß den Vorschriften benachrichtigt und werden sich ebenfalls in Quarantäne begeben müssen.

Dies hat zur Folge, dass sich Ministerpräsident Netanjahu auf Rat seines medizinischen Beraters hin erneut in eine wochenlange Isolation begeben wird. Erst gestern hatte er seine vorherige Isolation beendet. Neben ihm haben sich auch der Direktor des Gesundheitsministers sowie seit Stellvertreter in die Isolierung gegeben, was die intensive Arbeit etwas erschweren wird.

Ministerpräsident Netanjahu während einer weiteren Ansprache

Verschärfte Maßnahmen und Finanzhilfen

Gestern hatte Netanjahu verschärfte Maßnahmen verkündet, um die Epidemie einzudämmen.

„Wir verschärfen die Beschränkungen für die Ein- und Ausreise von Bnei Brak und auch in anderen Gebieten, um eine Ansteckung zu verhindern. Wenn ich von anderen Gebieten spreche, dann ist zum Beispiel, bestimmte Viertel im Süden Tel Avivs zu gemeint; Sie kennen das Problem. Ich möchte sofort betonen, was Bnei Brak und alle anderen Orte betrifft, für die wir die Bewegungsbeschränkungen verschärfen, werden wir uns um alle ihre Bedürfnisse kümmern”, sagte er.

„Ich möchte darauf hinweisen, dass man sich innerhalb von Bnei Brak gemäß den Anweisungen bewegen kann, die überall im Land gelten – 100 Meter vom Gebäude entfernt usw. Ich weiß, dass dies schwierig ist, aber es ist zum Wohle der Bewohner, nicht nur für ihre Gesundheit, sondern für ihr Leben und das Leben ihrer Mitbürger. Dies ist die Zeit für die größtmögliche Solidarität unter uns, allen Bürgern Israels. Dies ist die Zeit der gegenseitigen Verantwortung aller Bürger Israels”, fuhr Netanjahu fort.

Die Bürger wurden aufgefordert, von jetzt an Schutzmasken zu trage. Wer keine hat, sollte sich mit einem Schal oder Tuch sein Gesicht schützen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Auch zu den bevorstehenden Pessach-Feiertagen äußerte er sich:

„Zusammen mit dem Finanzminister habe ich beschlossen, für die Pessach-Feiertage einen besonderen Zuschuss zu tahlen. Jede Familie mit Kindern erhält 500 NIS pro Kind bis einschließlich des vierten Kindes, bis zum Alter von 18 Jahren. Auch die Senioren erhalten einen Zuschlag von NIS 500. Diese Zuschüsse gehen direkt an die Bank, ohne Formulare, ohne Bürokratie, direkt auf die Bankkonten. Die Regierung wird der Knesset einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen, und ich hoffe, dass alle Teile des Parlaments dies in einer Blitzgesetzgebung unterstützen werden”, sagte Netanjahu.

„Sie sind aufgefordert, den Seder und die Pessach- Feiertage nur mit der Kernfamilie zu verbringen, das heißt, nur mit denen, die bereits bei Ihnen zu Hause sind, denn ein kleiner Seder ist ein sicherer Seder. Dieses Jahr werden wir mehr denn je das Pessachfest unserer Vorfahren in Ägypten übernehmen: Pessach in den Häusern verbringen. Jeder Vater und jede Mutter wird mit den Kindern, die mit ihnen im selben Haus leben, Pessach feiern, natürlich unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften. Ich betone – nur mit denen, die jetzt mit Ihnen im Haus sind”, fügte er hinzu.

 

6211 Coronakranke in Israel

Das Gesundheitsministerium gab heute neue Zahlen in Bezug auf die Infizierung durch das Corona-Virus bekannt. Demnach sind jetzt 6211 Israelis am Virus erkrankt, 33 Menschen sind bisher gestorben, 289 Menschen sind bereits wieder gesund. Besonders kritisch soll die Situation in der orthodoxen Stadt Bnei Brak sein, wo sich ein Drittel aller Corona-Kranken befinden soll.