Israelische Krankenschwester zu Israel Heute: Unsere Situation ist unerträglich

Krankenschwestern in ganz Israel streiken wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Plänen, ihre Gehälter um bis zu 20% zu senken.

Israelische Krankenschwester zu Israel Heute: Unsere Situation ist unerträglich
Yonatan Sindel/Flash90

„Unsere Arbeitsbedingungen sind unmöglich und jetzt wollen sie unsere Gehälter um 20 Prozent senken? Wir haben das Krankenhaus verlassen“, sagte die Krankenschwester Madlena Ashtrum, die im Shmuel-Harofe-Krankenhaus arbeitet, in einem Gespräch mit Israel Heute.

Im ganzen Land verließen Tausende von Krankenschwestern die Krankenhäuser und Kliniken aus Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und die Entscheidung des stellvertretenden Gesundheitsministers Ya’akov Litzman (der quasi als Gesundheitsminister fungiert) von der Vereinigten Torah Partei, die Gehälter der Krankenschwestern drastisch zu senken.

„Viele von uns arbeiten bereits 12 Stunden am Tag und verdienen kaum das Mindestgehalt”, sagte Ashtrum gegenüber Israel Heute. Ashtrum sagt, dass ihr Grundgehalt 5.000 Schekel pro Monat (1300 US-Dollar) beträgt und dass sie Schichten an Feiertagen und Schabbat bräuchten, um über die Runden zu kommen. Die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, ihr Gehalt um 20 Prozent zu senken, werde es ihr unmöglich machen, ihre Arbeit fortzusetzen, obwohl sie seit mehr als 25 Jahren als Krankenschwester tätig sei.

„Wir sind erschöpft”, beklagt sich Ashtrum. „Wir arbeiten an Feiertagen und am Schabbat unter schrecklichen Bedingungen, nur um unser Mindestgehalt zu verdienen”, sagte sie. „Minister Litzman muss zu den Patienten kommen, die auf den Fluren schlafen, zu den Krankenschwestern, die wegen Personalmangels und einer schmutzigen Arbeitsumgebung Überstunden leisten, weil nicht genügend Putzkräfte im Einsatz sind”, sagte sie.

„Die schlechten Arbeitsbedingungen und die hohe Zahl von Patienten bedeuten, dass die Patienten nicht richtig versorgt werden”, sagte Ashtrum. „So können wir nicht weitermachen”, sagte sie. In einer Erklärung sagten die Krankenschwestern: „Das Gesundheits- und Finanzministerium ist direkt für die unerträglichen Warteschlangen bei der Gesundheitsversorgung der Öffentlichkeit und der Gemeinschaft verantwortlich. Sie belasten die Krankenschwestern schwer und beeinträchtigen ihre Fähigkeit, Patienten sicher und angemessen zu behandeln.“

Während des Streiks werden jedoch weiterhin Rettungsdienste, einschließlich Operationen, sowie andere wichtige Dienste zur Verfügung stehen. Ein Ende des Streiks scheint jedoch nicht in Sicht zu sein, da das Gesundheitsministerium die Krankenschwestern vor Gericht bringen will. In einer Erklärung des Ministeriums heißt es: „Vertreter des Staates haben sich heute mit der Nationalen Krankenschwester Vereinigung getroffen, um den erwarteten Schaden für die Patienten infolge des geplanten Streiks zu verhindern. Leider sind die Gespräche nicht zustande gekommen und der Staat wird sich morgen an das Arbeitsgericht wenden.“

Den Äußerungen der Krankenschwester Ashtrum und dem ernsten Hintergrund des Streiks zufolge, der Krankenschwestern aus Krankenhäusern und Kliniken des ganzen Landes zusammengebracht hat, scheint klar zu sein, dass die Krankenschwestern erst dann wieder arbeiten werden, wenn das Gesundheitsministerium die geplante Gehaltskürzung zurücknehmen und die Arbeitsbedingungen der Krankenschwestern verbessern werde.

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