Israelis sitzen in der Ukraine fest, bitten um Hilfe

Die israelische Regierung hatte sie gewarnt und aufgefordert, rechtzeitig das Land zu verlassen. Warum haben sie nicht darauf gehört?

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Russland, Ukraine
Da der gesamte Flugverkehr von und nach der Ukraine eingestellt wurde, sitzen Tausende von Israelis in dem vom Krieg zerrissenen Land fest. Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Das israelische Außenministerium berichtet, dass Hunderte von Anrufen von Israelis eingehen, die in der Ukraine festsitzen.

„Rettet uns!“, sollen einige Anrufer geschrien haben, so ein Beamter des Außenministeriums. „Es herrschte echte Panik am Telefon. Die Menschen standen unter enormem Druck“, sagte er dem Nachrichtenportal Ynet.

Die israelischen Behörden hatten jedoch bereits über eine Woche vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine die Israelis aufgefordert, das Land zu verlassen und nach Hause zurückzukehren.

Außenminister Yair Lapid wiederholte diesen Aufruf mehrfach. Bereits vor einer Woche hatte er darauf hingewiesen, dass für die Israelis in der Ukraine „ein sehr kleines Zeitfenster“ für die freiwillige Rückkehr nach Hause bleibe, das sie nutzen sollten.

Warum also sind die meisten der Tausenden von Israelis in der Ukraine diesem Aufruf nicht nachgekommen?

Wie ein israelischer Beamter diese Woche im Lokalradio feststellte, neigen die Israelis dazu, Bedrohungen und Gefahren bis zur letzten Minute zu verdrängen. Viele glaubten auch, dass der russische Präsident Wladimir Putin nicht in die Ukraine einmarschieren würde.

Was sollen diese Israelis nun tun, da die Realität sie eingeholt hat?

Sowohl Lapid als auch Ministerpräsident Naftali Bennett riefen die Israelis, die sich noch in der Ukraine aufhalten, öffentlich dazu auf, über das Land an die Westgrenze des Landes und in die Nachbarstaaten zu gehen. Aber auch das wird durch Russlands mehrgleisigen Vorstoß in die Ukraine immer schwieriger.

Ein Rabbiner, der in der Ukraine arbeitet, sprach am Donnerstag mit dem israelischen Nachrichtensender Channel 12 News und stellte fest, dass auf den Autobahnen, die aus dem Land nach Westen führen, kilometerlange Staus herrschen. Das bedeutet, dass jeder, der in diese Richtung fliehen will, stundenlang ohne Nahrung und Wasser festsitzen könnte und zudem bewaffneten Zusammenstößen ausgesetzt wäre.

Der Rabbiner schlug vor, dass Israelis und einheimische Juden bis auf Weiteres in ihren Häusern bleiben und Schutz suchen sollten.

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