Guten Morgen liebe Leser!
Wenn man sich den heutigen Wetterbericht betrachtet, könnte man meinen, dass der Sommer nun tatsächlich Fuß gefasst hätte hier bei uns. Sonnig und sogar etwas zu warm für die Jahreszeit. Auch in der Nacht ist es in vielen Teilen des Landes mit mehr als 20 Grad sehr angenehm. Sommer eben. Nicht zu eilig, denn schon morgen sollen die Temperaturen wieder nach unten gehen, im Norden kann es sogar zu ein paar Regentropfen kommen. Und dann, am Dienstag, soll es überdurchschnittlich kühl werden. Und auch der Regen soll zusammen mit Blitz und Donner noch einmal zurückkommen. Dieses „winterliche“ Gastspiel soll dann bis Mittwoch gegen Mittag andauern. Na, ich bin gespannt. Ein eigenartiges Jahr, was das Wetter betrifft.
Und hier ist der diesmal sehr kurze Wetterbericht für heute in Israel:
Heiter mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen in den Bergen und im Landesinneren. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 40 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.50 m unter dem Meeresspiegel.
Wie Sie sehen, sinkt der Wasserpegel des See Genezareth immer weiter. Das heutige Titelbild stammt von der Promenade in Tiberias. Die paar Regentropfen, die uns für die nächsten Tage in Aussicht gestellt wurden, werden die schlechte Situation des Sees wohl kaum beeinflussen.
Schön wäre jetzt, wenn es im Süden an der Grenze zum Gazastreifen mal so richtig regnen würde. Dann wäre erst einmal Schluss mit diesen Feuerdrachen, die zum Alptraum der Bewohner des Grenzgebiets zum Gazastreifen geworden sind. Wir haben ja schon mehrmals davon berichtet. Zunächst nur so nebenbei, doch mit der Zeit entwickelten sich diese harmlos aussehenden Drachen zu einer der größten Bedrohungen für die israelischen Orte am Grenzgebiet. Jeden Tag verbrennen weitere Weizenfelder. Allein am gestrigen Shabbat musste die Feuerwehr an zehn verschiedenen Punkten gegen insgesamt 45 Brände kämpfen. Mittlerweile werden neben den Drachen auch Helium-Ballons mit brennbaren Stoffen über den Grenzzaun auf die israelischen Felder und Wälder geflogen. Die Landwirte sind macht- und ratlos. Es klingt schon eigenartig, dass Israel mit diesen Drachen nicht klar kommt. Gegen die Raketen und Mörsergranaten haben wir eine Antwort, doch nicht gegen diese Drachen, das ist schon verrückt und tragisch. Gestern las ich, dass die israelische Armee nun erstmals Warnschüsse auf diejenigen, die die Drachen aufsteigen lassen, abgegeben hat. Ich ahne schon, was für Schlagzeilen das machen wird, wenn einer von ihnen durch die Schüsse ums Leben kommen wird, „Israel tötet Palästinenser beim Drachensteigen“.

Ich hoffe sehr, dass wir eine ruhige Woche bekommen werden. Am Donnerstag beginnt die Fußball-WM, da haben wir keine Lust auf Probleme. Doch immer, wenn ich an die Fußball-WM denke, muss ich an die WM von vor vier Jahren denken, wo es in der Halbzeit der Spiele immer wieder zu Raketenalarmen kam. Das war schon irgendwie verrückt. Ich hoffe, dass wir diesmal nur mit dem Fußball zu tun haben werden.
Ich wünsche Ihnen noch einen wunderbaren und friedlichen Sonntag, bei uns hat die neue Woche schon begonnen. Auch die nächste Ausgabe von Israel Heute kommt schon bald in den Druck. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




