Guten Morgen liebe Leser!
In der letzten Zeit wird bei uns in den Medien immer mehr über die Drachen gesprochen, die täglich aus dem Gazastreifen mithilfe des westlichen Windes auf israelische Felder geflogen werden und dort erhebliche Schäden anrichten. Als die ersten sogenannten Feuerdrachen auf den israelischen Feldern landeten, hatten wir dieses mit einem leichten Lächeln aufgenommen. „Ok, jetzt versuchen sie es mit Drachen“, dachte man. Doch dann wurden es immer mehr.
Jeden Tag brennen irgendwo im Grenzgebiet zum Gazastreifen Weizenfelder, Wälder und Naturreservate, was nicht nur die Natur sondern auch die Existenzgrundlage der israelischen Landwirte gefährdet.

Unsere Armee ist sehr einfallsreich. Für alles hat man Lösungen gefunden. Raketen und Mörsergranaten werden von der Eisernen Kuppel abgewehrt, Terrortunnel der Hamas werden mit hochmoderne Technologie unter der Erde entdeckt, hochauflösende Kameras an Drohnen erkennen jede auch nur kleinste verdächtige Bewegung im Gazastreifen.
Nur gegen eine Bedrohung hat die Armee noch keine Lösung gefunden, die Feuerdrachen. Sie fliegen weiter zu Hunderten und verbrennen unsere Felder und Wälder. Irgendwie scheinen sie unterschätzt worden zu sein. In keinem Waffenstillstand sind diese Drachen berücksichtigt worden, sie wurden bei Verhandlungen bis jetzt völlig ignoriert.
Ich gebe zu, auch ich habe diese Drachen am Anfang nicht ernst genommen. Was kann so ein Drachen schon anstellen, es ist ein Spielzeug. Jedes Jahr findet im Israel Museum in Jerusalem das Drachen-Festival statt (siehe Titelbild), zu dem wir früher immer gerne mit unseren Kindern gegangen waren. Nie hätte ich gedacht, dass so ein Drachen eine Waffe, ein Mittel zum Terror werden könnte.

Aber das genau sind diese Feuerdrachen. Es sind Waffen, die uns bedrohen, sie zerstören unsere Felder. Gestern las ich in der Zeitung, dass der israelischen Armee diese Drachen schon seit zwei Jahren bekannt waren. Doch erst jetzt werden sie ernst genommen. Mit den Tunnels, den Raketen und Mörsergranaten kommen wir mittlerweile recht gut klar, auch wenn so ein Raketenalarm immer wieder unangenehm ist. Jetzt muss ein Mittel gegen die Feuerdrachen gefunden werden. Es ist der israelischen Armee wohl gelungen, mithilfe von Drohnen eine stattliche Zahl von Drachen einzusammeln, doch es kommen immer mehr.
Als vor einer Woche die Raketen aus dem Gazastreifen geschossen wurden, erschien in einer Zeitung eine Karikatur, in der die Terroristen gefragt wurden, warum sie jetzt damit begonnen hätten, Raketen abzufeuern.Ihnen seien die Drachen ausgegangen, lautete ihre Antwort.
Ich bin gespannt, ob uns vielleicht doch noch irgendetwas einfällt, dass die Leute auf der anderen Seite davon überzeugen wird, dass es sich nicht lohnt, weiter mit den Drachen zu spielen.
Warum haben wir nur immer so oft westliche Winde, frage ich mich. Wenn er aus dem Osten käme, hätten wir diese Probleme mit den Feuerdrachen überhaupt nicht. Aber Ostwind bedeutet meistens auch Sharav zu große Hitze, was nun auch nicht so toll ist. Und das bringt uns nun zum Wetter. Das ist weiterhin sehr angenehm. Von dem in den letzten Tagen immer wieder angekündigten Regen habe ich nichts mitbekommen.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt ohne eine besondere Veränderung der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 26 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 37 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.47 m unter dem Meeresspiegel.
Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag und einen erfolgreichen Start in die neue Arbeitswoche. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




