Israel Heute Morgen

Gestern hat es mir überhaupt keinen Spaß gemacht, mit dem Bus zu fahren. Ein paar Worte über ein neues Car sharing Projekt in Haifa, Gedanken zum heutigen Datum, dem 9. November und ein paar Worte über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Oldenburg, die heutigen Schlagzeilen und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!
Gestern hat es mir überhaupt keinen Spaß gemacht, mit dem Bus zu fahren. Nachdem mein eigentlicher Bus einfach nicht kam und ich daher in eine andere Linie steigen musste und dadurch fast eine ganze Stunde später als normal nachhause kam, habe ich verstanden, warum immer noch so viele Menschen mit ihrem Auto zur Arbeit fahren. Heute habe ich dann tatsächlich wieder das Auto genommen. Schade, dass man sich noch nicht hundertprozentig auf den Bus verlassen kann.

Und wenn wir schon von öffentlichen Verkehrsmittel sprechen: Gestern las ich, dass es jetzt auch in Haifa ein sogenanntes Car sharing Projekt gibt (In Tel Aviv gibt es das bereits). Betrieben wird dieses Projekt von Car2Go in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Stadtverwaltung. Im Unterschied zu den Autos in Tel Aviv sind die rund 100 Autos in Haifa elektrisch betrieben. Die Stadt hat eigens für sie über die Stadt verteilt 300 Parkplätze und 60 Ladestationen vorbereitet.

Parkplatz mit Ladestation für die neuen Autos von Car2Go (Foto: Pressestelle Haifa)

Bis jetzt sollen sich bereits 1500 Bürger für diesen neuen Service registriert haben. Klingt ja auch toll. Anstatt sich mit einem eigenen Auto herumschlagen zu müssen mit Reparaturen, Versicherung, Parkplatzsuche usw., bestellt man sich einfach ein Auto, wenn man es braucht, geht zum nächstgelegenen Parkplatz, wo ein Auto steht, steigt ein und fährt los. Unterstützt wird das Ganze von einer speziellen App für das Smartphone.

Ich bin neugierig, wie dieser noch relative neue Service von den Israelis angenommen werden wird. Eigentlich sind wir Israelis ja dafür bekannt, gerne neue Dinge auszuprobieren. Auch für Touristen ist das eine tolle Sache.

Und jetzt erst einmal das Wetter für heute. Es hat sich kaum verändert in den letzten Tagen, aber am Sonntag soll es wieder so richtig warm werden, in Modiin bis zu 29 Grad.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.285 m unter dem Meeresspiegel.

Heute ist der 9. November, ein Datum, das wir alle kennen. Während jetzt viele vielleicht zuerst an den Mauerfall von 1989 denken (unglaublich, dass es ausgerechnet an diesem Datum geschah), denke ich an die Nacht des 9. November 1938, die Nacht, die alles veränderte. Als Schuljunge in Oldenburg habe ich damals sehr viel darüber gelernt, jedes Jahr wurde darüber gesprochen, über die Reichskristallnacht. Als Oldenburger lernten wir natürlich auch über die Geschichte der Stadt, über die Zerstörung der Oldenburger Synagoge. Leo Trepp war damals der Oberrabbiner von Oldenburg. Ich hatte noch in den neunziger Jahren die Ehre, ihn kennenzulernen und mehrmals zu treffen. In einem Radiogespräch im Jahr 2004 erzählte er, was damals am 9. November 1938 in Oldenburg geschah (zum Bericht).

Seit 1981 findet in Oldenburg der sogenannte Erinnerungsgang statt, um an die Nacht von damals zu erinnern. Vor genau 25 Jahren wurde die Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg wiedergeboren, die Stadt gab der Gemeinde auch ein Gebäude für die neue Synagoge, die sich in unmittelbarer Nähe zu dem Ort befindet, wo sich die damalige Synagoge befand.

Die neue Synagoge in Oldenburg (Foto: Dov Eilon)

Mich interessiert wirklich, wie man heute in Deutschland mit diesem Datum umgeht. Neben der Reichskristallnacht und dem Fall der Mauer hat es ausgerechnet an diesen Datum noch sehr viele andere wichtige Ereignisse gegeben.

Was mich wirklich gewundert hat, ist die Tatsache, dass ich in den Israelischen Medien kaum Artikel bezüglich des Jahrestages der Reichskristallnacht gefunden habe. Und da bringt uns zu den Schlagzeilen von heute in Israel: Da geht es heute weiter um die Anschuldigung der sexuellen Belästigung von Alex Giladi, dazu kommt noch ein weiterer Fall, wo eine bekannte Journalistin einen ebenfalls sehr bekannten Journalisten beschuldigt, sie belästigt zu haben, dieses Thema nimmt momentan einen großen Platz in den Berichterstattungen ein. Dann gibt es Meldungen über die Anzeige einer ehemaligen Haushaltshilfe der Familie Netanjahu, der Richter mochte nicht, wie der Fall vom Rechtsanwalt der Klägerin dargestellt wurde. Und noch ein Thema ist eine Diskussion über das hohe Gehalt vom Israelischen Polizeichef Roni Alsheikh. Es gehe nicht an, das er mehr verdiene als der Israelische Ministerpräsident, sagte ein Abgeordneter des Likud.

Wie Sie sehen, langweilig ist es nicht bei uns. Oft denke ich, dass, wenn es keine Sicherheitsprobleme im Land gibt, es ruhig ist, ohne Terroranschläge, dass man hier dann gerne anfängt, sich selbst zu schaden. Warum kann man nicht einfach die relative Ruhe genießen. Aber dann wäre es sicherlich viel zu langweilig hier bei uns.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erfüllenden Tag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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