Israel Heute Morgen

Wenn es nicht so warm wäre, könnte man fast denken, der Sommer neige sich seinem Ende entgegen. Schon kurz nach sieben Uhr beginnt es jetzt schon, dunkel zu werden, um viertel vor Acht war es dann total dunkel. Ein paar Worte über das teure Leben in Israel im Vergleich zu den anderen Ländern der OECD, enttäuschte Gesichter vor der Eishalle und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Wenn es nicht so warm wäre, könnte man fast denken, der Sommer neige sich seinem Ende entgegen. Schon kurz nach sieben Uhr beginnt es jetzt schon, dunkel zu werden, um viertel vor Acht war es dann total dunkel. Aber immer noch warm, fast 30 Grad bei uns in Modiin. die Temperaturen sind seit einigen Tagen fast unverändert, ein Tag kühlt es sich ab, am Tag darauf wird es dann wieder wärmer. Dieser Sommer hat uns fest im Griff. Aber auch der August geht ja irgendwann zuende. Habe ich Ihnen schon einmal gesagt, wie gerne ich den Winter mag?

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einer leichten Abkühlung. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt bei -213.67 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern hatte ich Ihnen von den hohen Lebenskosten hier bei uns in Israel erzählt. Heute früh las ich in der Zeitung einen Artikel darüber. Dort wurde auch eine Tabelle veröffentlicht, in der die Preisunterschiede zwischen Israel und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit) gezeigt werden. Fast alles ist bei uns deutlich teurer. Besonders die Verbrauchsgüter, also das, was man für das tägliche Leben braucht und natürlich die Wohnkosten. Ich habe diese Tabelle für Sie übersetzt:

Ein paar Dinge haben mich bei der Tabelle ein wenig überrascht, aber das mag daran liegen, dass ich die Preise hier immer nur mit den Preisen in Deutschland vergleiche. Hier werden die Preise mit allen Mitgliedsstaaten der OECD verglichen. Ich dachte immer, die Kosten für den Verkehr seien bei uns sehr niedrig, der Tabelle zufolge liegen die Preise bei uns um 30 Prozent höher. Das kann aber auch daran liegen, dass die Autos bei uns fast doppelt so teuer sind wegen der hohen Besteuerung, man zahlt hier über 90% Steuern auf einen Neuwagen. Nur in drei Kategorien soll es hier in Israel billiger sein, Telekommunikation, Obst und Gemüse und die Bildung. Ich dachte, die Bildung sei hier teuer, schon wegen der hohen Studiengebühren, die bei um die 3000 Euro pro Jahr liegen. Dass die Telekommunikation in Israel sehr billig ist, habe ich gewusst. Vor 5 Jahren gab es eine Revolution bei den Handy-Tarifen. Seitdem ist es spottbillig, mit dem Handy zu telefonieren und im Internet zu surfen, auch im Ausland. Ich könnte mit Ihnen also ewig telefonieren und mich dabei über die hohen Lebenskosten beschweren, gerne hätte ich es umgekehrt. Schauen Sie sich die Tabelle an, Sie sehen, es gibt noch eine Menge zu tun und bis jetzt ist es unserem Finanzminister Kachlon trotz seines guten Willens nicht gelungen, etwas gegen die hohen Preise zu tun. Wohnung, Strom, Wasser und Lebensmittel, das sind die dringendsten Bereiche, wo etwas getan werden muss. Einige Leser haben es schon gestern richtig erkannt, es fehlt in vielen Bereichen ein ausreichender Wettbewerb. Israel scheint dafür zu klein zu sein. Als Beispiel dafür erwähne ich wieder den Joghurt, ich liebe Fruchtjoghurt, aber dieser ist mir einfach viel zu teuer. Wir haben in Israel drei große Molkereien, Tnuva, Tara und Strauss. Alle drei verlangen ungefähr die gleichen Preise für ihre Produkte. Warum sollte man die Produkte auch billiger anbieten, es gibt ja keine Alternative. So nehmen alle drei um die 6 Shekel für einen Cottage Käse. Hier und da gibt es mal zwei für 10 Shekel, mehr nicht. Warum sollten sie das ändern, wenn der Verbraucher die Produkte ja sowieso kauft?! In Deutschland ist die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel niedriger als auf andere Produkte, hier in Israel wird leider kein Unterschied gemacht. So etwas lasse sich nicht realisieren, wurde einmal in der Regierung gesagt, als jemand die differenzierte Mehrwertsteuer vorschlug. Das verstehe ich nicht. Sie sehen, ich bin nicht sehr optimistisch, es wird auch weiterhin hier sehr teuer sein. Aber ich lasse mich gerne angenehm überraschen.

Was gibt es schöneres in diesem heißen Sommer, als sich in einer Eishalle beim Schlittschuhlaufen etwas abzukühlen. Das dachte sich auch unser jüngster Sohn. Ich hatte ihn gestern mit nach Jerusalem genommen un zu einem Freund gefahren. Sie wollten zusammen in die Pais-Arena gehen. Dort hatte man für die Makkabiade eine Eisfläche vorbereitet, danach wurde die Halle zum Schlittschuhlaufen bis Mitte August geöffnet. „Iceland Jerusalem“ nannte man diese Sommerattraktion.

Schlittschulaufen in Jerusalem, eine gute Abkühlung für die heißen Tage

Fast eine Stunde waren mein Sohn und sein Freund mit dem Bus unterwegs, um zur Arena nach Malcha zu fahren. Dort angekommen gab es dann eine herbe Enttäuschung. Die Halle war geschlossen, sie wurde von einer orthodoxen Organisation gemietet, nur orthodoxe Juden waren in der Halle. Leider war davon kein Wort auf der Internetseite der Stadt zu lesen. Neben meinen Sohn und seinen Freund waren noch weitere enttäuschte Eltern mit ihren Kindern dort. Heute las ich dann im Internetportal von Ynet einen Artikel darüber. Die Überschrift lautete: „Der Eintritt zum ‘Iceland’ in Jerusalem – nur für Orthodoxe, außer 4 Stunden“. Dann las ich, dass eine orthodoxe Organisation die Arena in der ersten Augustwoche angemietet hat und nur orthodoxen Juden die bei ihnen dafür bezahlt haben, Eintritt gewährt. Auch gab es getrennte Stunden für Jungen und Mädchen. Den enttäuschten Besuchern, die extra nach Jerusalem gekommen waren, interessierte das nur wenig, sie waren aufgebracht, wie mein Sohn mir später erzählte. Im Artikel wurde eine Stellungnahme der Stadt veröffentlicht, die besagt, dass die Halle is Ende Juli für alle Bürger offen war, mehr als 25000 Menschen hätten ihren Spaß gehabt. Nur jetzt habe eine Organisation die Halle für einige Stunden pro Tag gemietet. Na gut, aber warum wussten wir davon nichts? Mein Sohn und sein Freund gingen dann zum Bummeln in das gegenüber gelegene Einkaufszentrum. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr mit dem Schlittschuhlaufen in Jerusalem, denn fast jedes Jahr wird so etwas angeboten. Aber in der Arena, das war etwas Neues. Ansonsten kann man nach Holon oder auch ans Rote Meer nach Eilat fahren, dort kann man das ganze Jahr hindurch auf das Eis gehen.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und nicht zu heißen Dienstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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