Nachdem Großbritannien sich von der israelfeindlichen Europäischen Union lossagte, könnte es nun einen eigenen, israelfreundlichen Weg einschlagen.
Bisher hatte May noch nicht viel Gelegenheit, auf internationaler Bühne zu agieren. Aber Anzeichen von Sympathie für Israel kann man schon erkennen.
Dass der Vater Pfarrer war, muss nicht unbedingt freundliche Gefühle für das jüdische Volk hervorbringen. Aber ihre Mutter hieß Zaidee, was auf jiddisch Oma bedeutet.
Als Innenministerin besuchte May im Jahr 2014 Israel. Nach dem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeigte sie sich sehr berührt. Sie rühmte den Einsatz der israelischen Soldaten zur Verteidigung des Landes, etwas, das sogar manche israelischen Politiker anders sehen.
Nach den Mordanschlägen auch auf jüdische Einrichtungen in Paris wurde sie mit einem Plakat fotografiert, auf dem nicht stand: „Je suis Charlie“, sondern: „Je suis Juif“ (Ich bin Jude).
Theresa May nahm immer wieder Einladungen zu jüdischen Veranstaltungen in ihrem Land an, die für den Innenminister nicht zwingend gewesen wären.
Liebe geht durch den Magen, sagt man. Deshalb ist sicher nicht uninteressant, dass May in einem Interview erzählte, dass sie über 100 Kochbücher habe und ihr Lieblingskoch Yotam Ottolenghi sei, der Israeli ist. Ob exotische Speisen zu einer so konservativen Politikerin passen, mag man sich fragen. Eine britische Kolumnistin jedenfalls deutete es dahingehend, das sich darin eine bunte und weltoffene Seite der Theresa May offenbare, die sich vielleicht erst vollends entfalten wird, wenn sie in 10 Downing Street eingezogen sein wird.




