Guten Morgen Israel – „Kol Ha Kawod“

Es ist wichtig seine Mitmenschen zu loben, besonders die Kinder.

Guten Morgen Israel – „Kol Ha Kawod“
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Michael und Kinder

Im aktuellen Thora-Wochenabschnitt „Wajeschew“ lesen wir über Joseph und seine Brüder und erfahren viel über die Familiendynamik in Jakobs Mischpoche. Der arme Mann hatte drei Frauen, 13 Kinder und jede Menge Probleme, die bei solch einer Konstellation auftreten. Dabei half nicht gerade, dass Jakob seinem Lieblingssohn Josef einen schönen Mantel gab, der zeigte, dass er ihn mehr liebte als Josefs Brüder. Dies führte schließlich zum Verkauf des Joseph und seinem Sklavendienst in Ägypten.

Die jüdischen Weisen kritisieren Jakob sehr für diese Bevorzugung Josefs und die gleichzeitige fehlende Liebe für seine anderen Kinder. Kinder brauchen nämlich Ermutigung, Förderung und ein unterstützendes Umfeld. Die hebräische Sprache hat zu diesem Zweck den Ausdruck „Kol Ha Kawod“  (כל הכבוד) entwickelt, der zum häufigsten Ausspruch in unserer Familie geworden ist. Wörtlich übersetzt bedeutet Kol Ha Kawod – „All der Respekt“, oder sinngemäß so viel wie „gut gemacht“. Bei meinen drei kleinen Töchtern benutze ich diesen Ausdruck hunderte Mal pro Tag.

„Papa, ich habe Mittag gegessen!“

„Kol Ha Kawod“

„Papa, ich habe keine Tomatensoße auf meinem Pulli!“

„Kol Ha Kawod“

„Schau Papa, ich habe meiner Puppe ein Kleid angezogen!“

„Kol Ha Kawod“

„Papa, ich habe im Sand gespielt und jetzt sind meine Schuhe schmutzig.“

„Kol Ha Kawod“

„Papa, Naomi hat ihren Becher mit Apfelsaft verschüttet.“

„Uff, Kol Ha Kawod“

Gestern in Jerusalem

Meine Mädchen werden mit einem sehr starken Selbstvertrauen aufwachsen, alles, was sie tun, wird von mir mit dem größten Respekt belohnt. Sie werden wissen, dass sie alles erreichen können und die Welt ihnen offen steht.

Natürlich darf Lob nicht übertrieben werden, wie wir an Josef sehen. Er sonnt sich in der väterlichen Liebe, berichtet das seinen Brüdern und stolziert schließlich mit dem schönen Mantel des Vaters herum, als wüsste er nichts über den Hass seiner Brüder. Um dem entgegenzuwirken, hat die hebräische Sprache ebenfalls etwas Passendes entwickelt, das „nu nu nu“.

Allerdings sollen Kinder nach Angaben der Erziehungsbücher, die ich gelesen habe, sehr viel mehr gelobt als kritisiert werden und deswegen wird das „nu nu nu“ in unserer Familie nur selten genutzt. Es ist daher umso schmerzlicher, wenn es einmal zum Einsatz kommt. Die kleinen Mädchen fangen nach diesen drei schrecklichen Tönen sofort an zu weinen und stürzen sich in ihr Bett. Sie sind Meister darin, vom Täter zum Opfer zu werden, denn mir tut es sofort leid, wenn ich zu ihnen „nu nu nu“ gesagt habe. Wie konnte ich sie nur so verletzen? Hoffentlich haben sie so viel Selbstvertrauen von den ganzen Kol Ha Kawods, die ich ihnen im Überfluss zuspreche, dass sie auch Kritik annehmen zu können.

In diesem Sinne Schabbat Schalom und Chanukka Sameach!

Heute Abend werden wir die 2. Kerze des Chanukka – Leuchters, der Chanukkia, anzünden

 

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Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt ohne bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Beersheva 23 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei  – 209.96  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 116  Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Die Redaktion von Israel heute wünscht allen Lesern ein angenehmes Wochenende, einen gesegneten Schabbat und ein frohes Chanukka.

 

Schabbat Schalom aus Jerusalem!

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