Guten Morgen Israel – Gestrandet in Israel

Die aktuelle Krise aus der Sicht eines „Gestrandeten“ in Israel

von Samuel Pantaleoni |
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich Ende November in Israel ankam, hätte ich mir diese Lage nicht einmal Erträumen können. Als Volontär in einem Hostel im Süden des Landes konnte ich jeden Tag wunderbares Wetter und eine gewisse Isolation vom Rest des Landes genießen. Da ich nächstes Jahr anfangen möchte zu studieren, wollte ich noch ein bisschen Auslandserfahrungen sammeln und da ungern einfach nur herumsitzen. Deshalb war die Arbeit als Volontär gerade das Richtige für mich, auch weil mir meine Arbeitgeber viele Freiheiten einräumte, was meine Freizeit und Reisen anging.

Mitte März ging dann die unerwartete Reise nach Jerusalem los. Und erst da bekam ich die ernsthafte Lage mit, da in Eilat die Maßnahmen ein bisschen lockerer und später eintrafen. Als wir in Jerusalem ankamen, überlegten wir anfangs doch darüber nach, ob es sinnvoller wäre, nach Hause zu fliegen. Jedoch kann ich jetzt getrost sagen, dass es die richtige Entscheidung war hier in Israel zu bleiben.

Heute sind meine Freundin und ich, wie alle Anderen auch, von der Ausgangssperre und der angespannten Situation betroffen, auch wenn wir die Dinge etwas anders sehen. Ich denke, speziell in dieser Krise sollte man seinen Blick umso mehr Gott und dem Wachsen im Geiste widmen. Uns Menschen wird momentan knallhart vor Augen gehalten, was wir alles für selbstverständlich erachtet haben. Man könnte schon sagen, dass wir in einem Rausch von materialistischen und weltlichen Ansichten gelebt haben, auch wir Christen. Ich merke auch von Tag zu Tag mehr, wie einem die kleinen Dinge, die man für so selbstverständlich hielt, fehlen. Sei es nur ein kleiner Spaziergang, zum Sportplatz gehen, welcher sich halt mehr als 100 m von einem entfernt befindet oder einfach mit Freunden durch die Stadt zu gehen. Ich denke, dass ich mich nie wirklich daran gewöhnen werden kann, Jerusalem so leblos und leer zu sehen.

Aber auch keine Gemeinden oder Hauskreise zu besuchen, stattdessen online Gottesdienste anzuschauen und viel zu telefonieren, fühlt sich komisch an, obwohl ich dankbar bin, dass wir diese Möglichkeiten heutzutage haben.

Ich hoffe, wir werden  diese „kleinen und unbedeutenden“ Dinge, wie z. B. zusammen mit Freunden in ein Café zu gehen, sich ohne Angst mit Leuten auf der Straße zu unterhalten oder sich ein Buch nehmen und im Park lesen zugehen, zu schätzen lernen. Ich wünsche mir, dass wir uns an genau diese Zeit zurückerinnern, wenn wir diese weltweite Krise zusammen überwunden haben. Was die Zukunft bringt, wissen wir nicht, und es ist liegt auch nicht an uns, es zu wissen, allein auf Gott sollten wir vertrauen.

Der leere Sacher Park in Jerusalem

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Im Süden kann es gegen Abend zu vereinzelten Regenschauern kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Beersheva 24 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zweieinhalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 20  Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und nun wünschen wir Ihnen einen angenehmen zweiten Ostertag und viel Gesundheit.

Schalom aus Jerusalem!

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