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Guten Morgen Israel – Baruch Haschem

Fragt man einen Israeli wie es ihm geht, antwortet er oft, „Baruch Haschem“

Guten Morgen Israel – Baruch Haschem
Maor Kinsbursky/FLASH90

Boker Tov liebe Leser!

– Wie gehts? – Baruch Haschem

Fragt man einen Israeli wie es ihm geht, antwortet er oft, „Baruch Haschem“ – gesegnet sei Gott, oder gelobt sei der Herr. Das ist einerseits ein sehr schöner Ausdruck, denn man er ist ein Ausdruck der Dankbarkeit. Andererseits erfährt man jedoch nicht, wie es dem anderen wirklich geht. Als ich noch neu in Israel war, hatte ich mich gewundert (ich bin jetzt schon länger im Land und mich wundert kaum noch etwas), was manche Leute für merkwürdige Unterhaltungen führen, sie gehen etwa so:

„Wie fühlst du dich heute?“

„Baruch Haschem“

„Wie geht es den Kindern?“

„Baruch Haschem“

„Wie laufen die Geschäfte?“

„Baruch Haschem“

Nach den Baruch Haschems des Einen, beginnt der andere Gesprächspartner mit den Fragen. Raten Sie Mal wie jedes Mal die Antwort lautet.

Was ich damals nicht wusste war, dass Gestik und die Betonung bei solch einer Unterhaltung eine wichtige Rolle spielen. Ein Baruch Haschem kann mit einem Seufzer ausgesprochen werden, mit Freude in der Stimme, mit Trauer und so weiter. Währenddessen muss man auch auf die Gesten des Gegenüber achten, der seine Schultern zucken kann, seine Augen verdrehen und vieles mehr. So kann dann eine lange Unterhaltung laufen und alles, was das heilige Volk Israel dabei sagt, ist „gelobt sei der Herr“.

Der ehemalige Oberrabbiner Großbritanniens, Rabbi Lord Jonathan Sacks, hat in einer Analyse des Torahabschnitts dieser Woche (Jethro) festgestellt, dass der Ausdruck Baruch Haschem nur drei Mal in der Bibel vorkommt und interessanterweise sind es jedes Mal Nichtjuden, die diesen so jüdischen Ausspruch sagen. Jethro, der Schwiegervater von Moses, sagt:

„Und Jethro sprach: Gelobt sei der Herr (Baruch Haschem), der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand des Pharao, ja, der sein Volk aus der Gewalt der Ägypter errettet hat! (2. Mose 18:10).

Vorher jedoch wird Gott bereits von Noah und später von Eliezer, dem Diener Abrahams, mit diesen Worten gesegnet.

Lord Jonathan Sacks leitet aus diesen Versen ab, dass der Gott der Juden nicht nur ihr Gott ist, sondern der gesamten Menschheit. Er hat das Universum und diese Welt mit allem darin geschaffen und den Menschen in seinem Abbild, er ist also ein universeller Gott, der von allen Menschen erkannt werden will. Die Juden, die Nachkommen Abrahams, hat er beauftragt, diese Gotteserkenntnis in die Welt zu tragen.

So wie Noah, Eliezer und Jethro muss man kein Jude sein, um an den Gott der Bibel zu glauben und in seinen Wegen zu gehen. Genausowenig braucht man eine Ersatztheologie, oder sonst irgendwelche metaphysischen Konstrukte. Die gute alte Bibel reicht vollkommen aus, um jedem Menschen einen Eindruck des Schöpfers zu geben. Wie Er heute noch in der Welt wirkt, können Sie dann täglich auf unserer Website lesen 😉

 

Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Meist bewölkt mit einem weiteren Abstieg der Temperaturen, die etwas über den für Jahrezeit üblichen Werte liegen werden. In den nördlichen Bergen weht ein starker Wind. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 15 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 20Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere  zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.94 m unter dem Meeresspiegel.

 

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat.

Schabbat Schalom!