Gazastreifen – Nicht alle wollen Ruhe am Grenzzaun

In wenigen Tagen soll zwischen der Hamas und Israel eine Vereinbarung zur Waffenruhe unterschrieben werden. Doch wird sich auch der Islamische Dschihad daran halten?

Gazastreifen – Nicht alle wollen Ruhe am Grenzzaun

In wenigen Tagen soll zwischen der Hamas und Israel eine Vereinbarung zur Waffenruhe unterschrieben werden. Medienberichten zufolge wurde die Vereinbarung mit ägyptischer Hilfe erreicht.

Doch seitens der Hamas wurde bereits am Samstag betont, dass es sich bei sich abzeichnenden Waffenruhe nicht um ein Friedensabkommen handeln würde. “Diese Vereinbarung hat nichts mit Diplomatie zu tun”, sagte der stellvertretende Hamas-Führer Saleh al-Arouri. “Wir sind daran interessiert, die Kämpfe als Gegenleistung für die Aufhebung der Blockade durch Israel einzustellen.”

Israel hat te bereits gestern die Grenzübergänge Kerem Shalom und Erez wieder eröffnet. Als weitere Erleichterung für die Bewohner Gazas wurde die Fischereizone heute auf 15 Seemeilen ausgeweitet. Nach Unterzeichnung des Abkommens mit der Hamas soll auch das Geld aus Katar wieder in den Gazastreifen fließen und die Stromversorgung sichergestellt werden.

Ob es dann wirklich Ruhe geben wird im Grenzgebiet zum Gazastreifen, ist nicht unbedingt sicher. Am Nachmittag wurde aus Sicherheitskreisen berichtet, dass nahe der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen ungewöhnliche Aktivitäten von Angehörigen der Terrorgruppe des Islamischen Dschihads beobachtet wurden.

Oft war es der in der Vergangenheit der Islamische Dschihad, der eine mit der Hamas vereinbarte Ruhe wieder gestört hatte, was dann zu einer weiteren “Runde” der Gewalt geführt hatte. So wird auch angenommen, dass die insgesamt sechs Raketen, die am Wochenende aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden, auf das Konto des Islamischen Dschihads gehen.

So ist es gut möglich, dass auch jetzt der Dschihad wieder versuchen könnte, dass neue Abkommen zur Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu sabotieren. Israelische Sicherheitsexperten schließen daher nicht aus, dass die Terrorgruppe versuchen könnte, Anschläge an der Grenze durchzuführen.

Archivbild: Unruhen am Grenzzaun im Gazastreifen (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

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