Energiekrise im Gazastreifen

Mehrere tausend Menschen haben am Wochenende im nördlichen Gazastreifen gegen die ständigen und lang andauernden Stromausfälle demonstriert. Die Hamas ging mit Schüssen in die Luft gegen die Demonstranten vor, von denen einige festgenommen wurden.

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Archivbild: Abed Rahim Khatib/Flash90

Der Gazastreifen leidet unter einer schweren Energiekrise. Meldungen des Nachrichtenportals Ynet zufolge hat im vergangenen Monat jedes Haus im Gazastreifen nur etwa 3 bis 4 Stunden lang Strom bekommen. Normalerweise waren es 8 Stunden gewesen. Der Gazastreifen benötigt pro Tag um die 500 Megawatt Strom. Davon liefert Israel 120 Megawatt, die über Stromleitungen in den Gazastreifen geführt werden, Ägypten ist für 30 Megawatt verantwortlich.Ein veraltetes Kraftwerk in Gaza, das mit Diesel betrieben wird, erzeugt täglich 60 Megawatt. Es fehlt also an Strom, was der Grund für die Begrenzung auf 8 Stunden Strom pro Tag ist.

Die momentane Krise ist durch einen Streit zwischen der palästinensischen Regierung in Ramallah und der Energiebehörde in Gaza, die von der Hamas kontrolliert wird, hervorgerufen worden. Die Palästinensische Autonomiebehörde hatte bis jetzt den Gazastreifen täglich mit dem nötigen Diesel für das Kraftwerk beliefert. Dabei hatte sie von dem vollen Preis die Steuern, die sie für das Diesel zahlen, abgezogen. Als ihnen dann aber klar wurde, dass die Hamas den Kraftstoff weiterhin zum vollen Preis an die Bevölkerung verkaufte und die Ermäßigung nicht an den Verbraucher weitergab, stellte sie die Lieferungen ein. Ramallah fordert, dass die Hamas nun den vollen Preis für den Diesel bezahle, erst dann würde man die Lieferungen wieder aufnehmen. Die Hamas weigert sich, dies zu tun, daher kann das Kraftwerk in Gaza deutlich weniger Strom als früher produzieren. Das Ergebnis: Die Bevölkerung sitzt im Dunkeln und muss frieren, gerade jetzt, wo eine Kältewelle über die Region zieht.

Demonstration im Gazastreifen

Daher zog es am Donnerstag tausende von Menschen auf die Strassen. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften der Hamas, die Schüsse in die Luft abgaben, um Kontrolle über die Demonstranten zu bekommen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Die Hamas fürchtet sich vor dem Entstehen von Volksaufständen, daher geht sie mit aller Härte gegen die Verursacher der Demonstrationen vor, um weitere Unruhen zu verhindern.

Weitere Unruhen im Gazastreifen könnten, so das Nachrichtenportal Ynet, die Hamas dazu motivieren, die öffentliche Meinung gegen Israel aufzuheizen, um von den inneren Problemen abzulenken und eine Auseinandersetzung mit Israel zu beginnen, was auch im Jahr 2014 der Fall gewesen wäre.

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