Emotionales Wiedersehen nach 6 Jahren

Nach einem Terroranschlag, der sie fast das Leben gekostet hätte, trifft sich eine junge Braut mit dem Rettungssanitäter, der ihr damals das Leben gerettet hat

von Israel Heute Redaktion |
Rettungssanitäter Michael Cohen (Mitte) wird von Dikla, der jungen Frau, deren Leben er gerettet hat, und ihrem neuen Ehemann umarmt. Foto: Michael Cohen/Ichud Hatzalah

Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2015, war der freiwillige Sanitäter des Rettungsdienstes „Ichud Hatzala„, Michael Cohen, mit seinem Motorrad auf dem Heimweg von Jerusalem in die Siedlung Adam, als ihn sein Kommunikationsgerät auf einen medizinischen Notfall aufmerksam machte, der sich kurz vor der Siedlung ereignete. Ein Terrorist hatte eine Soldatin niedergestochen, die stark blutete und in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte. Michael schaltete seine Sirene ein und raste zum Kreisverkehr am Eingang von Adam, wo sich der Angriff ereignet hatte.

Zusammen mit zwei anderen Freiwilligen von Ichud Hatzalah war Michael schnell vor Ort. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass der Tatort sicher und der Terrorist neutralisiert war, fanden die drei Rettungssanitäter die junge Frau, die später als Dikla Megidish identifiziert wurde, mit einer Stichwunde am Hals. Das Messer war entfernt worden und hinterließ eine Wunde, aus der hellrotes Blut spritzte. Die Sanitäter stellten fest, dass das Messer die Halsschlagader der Frau durchbohrt hatte und sie nur noch wenige Minuten zu leben hatte, bevor sie vollständig verbluten würde.

Da keine Zeit mehr übrig war, benutze Michael seine eigenen Finger, um Druck auf Diklas Arterie auszuüben und sie notdürftig abzubinden. Die beiden anderen Rettungssanitäter halfen, weitere Blutungen zu kontrollieren, während Michael die Halsschlagader festhielt, um die lebensbedrohliche Blutung zu stoppen. Nach ein paar Minuten traf ein mobiler Intensivtransportwagen am Unfallort ein. Die Besatzung übernahm vorsichtig die Kontrolle über Michaels manuellen Druckverband und verlud die Frau dann in den Krankenwagen, um sie ins Hadassah-Krankenhaus zu bringen.

Als Dikla im Krankenhaus ankam, wurde sie schnell sediert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Am nächsten Tag, kurz vor Beginn des Schabbats, meldete sich Diklas Familie bei Michael und teilte ihm mit, dass sie aufgewacht sei und sich von der Operation erholen würde. An jenem Samstagabend fuhren Michael und die beiden Rettungssanitäter zum Hadassah-Krankenhaus, um die junge Frau zu besuchen, die von ihnen gerettet worden war.

Michael (Mitte) und andere Freiwillige von Ichud Hatzalah bei einem Besuch bei Dikla im Krankenhaus nach dem fast tödlichen Terroranschlag.

Vor zwei Wochen erhielt Michael mit der Post eine Einladung. Dikla hatte sich verlobt und beschlossen, Michael einzuladen, auch nach sechs Jahren. Letzten Dienstagabend nahm Michael an der Hochzeit teil und wurde von der ganzen Familie mit einer großen Umarmung begrüßt.

„Als ich zur Hochzeit ging, war ich nervös. Ich hatte Dikla seit sechs Jahren nicht mehr gesehen. Ich war angenehm überrascht“, sagte Michael. „Ich fragte mich, ob sie sich an mich erinnern würde, und vor allem, ob sie während ihrer Hochzeit kommen und Hallo sagen würde. Als ich ankam, entdeckte mich Dikla, die wunderschöne Braut, von der anderen Seite des Raumes und umarmte mich. Der Bräutigam sagte mir, wie sehr er sich geehrt fühlte, mich kennenzulernen, und die beiden bestanden darauf, ein gemeinsames Foto zu machen. Das Wiedersehen mit Dikla auf ihrer Hochzeit war ein einmaliges Erlebnis, und ich fühle mich geehrt und bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte zu sehen, wie meine Bemühungen wirklich eine ganze Welt gerettet“ haben – die Welt, die Dikla und ihre Familie schaffen werden. Dafür werde ich für immer dankbar sein.“

In der jüdischen Tradition heißt es, dass derjenige, der ein einziges Leben rettet, als Retter einer ganzen Welt gilt. Diese Geschichte, die in einer Pressemitteilung des Rettungsdienstes United Hatzalah veröffentlicht wurde, zeigt auf ergreifende Weise, wie stark und wahr diese Auffassung ist.

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