Elor Azaria möchte nachhause

Das Militärgericht in Tel Aviv berät heute über einen Antrag des Soldaten Elor Azaria, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden. In dem Antrag bittet der Soldat um eine Kürzung der Hälfte seiner 14-monatigen Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft ist nur zur Kürzung eines Drittels der Haftstrafe bereit.

Das Militärgericht in Tel Aviv berät heute über einen Antrag des Soldaten Elor Azaria, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden. Azaria wurde zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt, nachdem er im Jahr 2016 einen bereits überwältigten und am Boden liegenden Terroristen erschossen hatte. Er wurde dafür des Totschlags beschuldigt und zunächst zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die später vom Generalstabschef Gadi Eizenkot um vier Monate verringert wurde. Einen Antrag auf Begnadigung hatte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin abgelehnt (Für Artikel zum Thema Elor Azaria bitte hier klicken).

Nun hat Elor Azaria die Hälfte seiner Strafe im Militärgefängnis abgesessen und bittet das Gericht nun, ihn vorzeitig zu entlassen. Seine Bitte begründete er damit, dass er sich während seiner ganzen Haftzeit gut geführt habe. Auch sei er nicht vorbestraft und hätte sich freiwillig für den Dienst in einer Kampfeinheit entschieden. Azaria galt bis zu dem Vorfall als ausgezeichneter Soldat.

Azaria sagte heute vor dem Gericht: „Ich habe auf einen Terroristen ,einen Mörder, geschossen, vor Ort sah es so aus, als habe er einen Sprengkörper am Körper, ich spürte eine direkte Gefahr. Hätte ich es damals anders gewusst, hätte ich anders gehandelt. Ich habe während meiner Dienstzeit in der Armee viel zur Sicherheit des Landes beigetragen, seit der harten und langen Ausbildung bis hin zu Festnahmen und Operationen unter sehr schweren Bedingungen. Jede Sekunde konnte die letzte sein. Während meines Dienstes wurde ich durch einen Betonblock, der auf mich geworfen wurde, verletzt, dennoch habe ich meinen Dienst fortgesetzt. Nun bitte ich darum, mich nachhause gehen zu lassen, um die Scherben zusammenzufügen. In meiner Familie befindet sich eine blutende Wunde, wie auch im ganzen Volk Israels, sie muss geheilt werden. Entlasst mich noch heute, ich bitte Sie darum.“ Nach seinen Worten umarmte er seine Mutter.

Elor Azaria beim Eintreffen im Militärgericht in Tel Aviv, heute

Elor Azaria möchte das Pessach-Fest gerne am Tisch seiner Familie verbringen, das Fest der Freiheit. Die Staatsanwaltschaft des Militärgerichts ist gegen die Kürzung der Hälfte seiner Haftstrafe, ist aber bereit, ein Drittel zu kürzen. Demnach würde der Soldat in zwei Monaten nachhause kommen können. Aber vielleicht wird Präsident Rivlin zum Unabhängigkeitstag eine Begnadigung aussprechen.

Die Entscheidung des Militärgerichts wird in wenigen Tagen erwartet.

Bild: Elor Azaria und seine Eltern, heute im Gericht (Foto: Flash90)

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