Ein Baby im Gefängnis?

Israelis fordern die Freilassung einer schwangeren Terroristin. Diese hatte Anfang des Jahres versucht, eine israelische Mutter und deren Kinder zu erstechen

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Roni Ofer/Flash90

Israelische Menschenrechtsaktivisten haben sich diese Woche vor einem Gefängnis im Norden Israels zusammengefunden, um die Freilassung einer palästinensischen Terroristin zu fordern, die kurz vor der Entbindung steht.

Anhar Al-Deek, 25, befindet sich seit März dieses Jahres im Damon-Gefängnis außerhalb von Haifa. Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung war sie bereits schwanger.

Da Al-Deeks Geburtstermin immer näher rückt, ist ihre Notlage zu einem der wichtigsten Themen in den arabischsprachigen palästinensischen sozialen Medien geworden. Unter dem Hashtag „Rettet Anhar Al-Deek“ beklagen die Palästinenser die ihrer Meinung nach barbarische Inhaftierung einer schwangeren Frau.

In Anbetracht der Umstände betrachten einige israelische Menschenrechtsaktivisten Al-Deek als „politische Gefangene“ und bestehen darauf, dass die Regierung sie ungeachtet ihrer Verbrechen freilässt.

Auf den Schildern wird Al-Deek als „politische Gefangene“ bezeichnet, was – gelinde gesagt – irreführend ist, da sie versucht hat, jemanden zu töten.

Was hat sie getan?

Al-Deek als politische Gefangene zu bezeichnen, ist vielleicht etwas zu großzügig. Sie wurde am 8. März wegen versuchten Mordes verhaftet.

An diesem Tag betrat die junge schwangere Palästinenserin ein jüdisches Landhaus in Samaria (in der Nähe der palästinensischen Stadt Ras Karkar, unweit von Modiin), griff sich ein langes Küchenmesser und bedrohte die Besitzerin des Hauses, Leah Ze’ev, und ihre beiden kleinen Kinder.

Der älteren achtjährigen Tochter gelang es, eigenständig aus dem Haus zu fliehen. Leah selbst, die erfolgreich eine Distanz zu Al-Deek halten konnte, packte sich ihre einjährige Tochter und konnte ebenfalls aus dem Haus flüchten, während sie um Hilfe rief. Leahs Ehemann, Eitan Ze’ev, traf umgehend mit seinem Bruder ein, die beiden überwältigten Al-Deek mit vorgehaltener Waffe, während sie auf die Ankunft der Polizei warteten.

 

Ein Baby im Gefängnis?

Im Jahr 2008 hat es das letzte Mal einen Fall gegeben, wo eine palästinensische Terroristin in einem israelischen Gefängnis entbunden hat.

Ein Sprecher der israelischen Strafvollzugsbehörde versuchte, die Protestler zu beruhigen, indem er betonte, dass sie wie jede andere schwangere Gefangene behandelt werden würde. Wenn es so weit sei, werde sie in ein israelisches Krankenhaus verlegt und dort unter normalen Umständen entbinden, wobei Gefängniswärter vor dem Raum postiert werden.

Sollte Al-Deek verurteilt werden, darf sie ihr Neugeborenes bis zu zwei Jahre lang im Gefängnis bei sich behalten. „Die israelische Strafvollzugsbehörde ist darauf vorbereitet und bereit, mit solchen Situationen umzugehen“, sagte der Sprecher der Behörde.

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