Doppeltes Leid auf der Via Dolorosa Hadas Parush/Flash90
Israel

Doppeltes Leid auf der Via Dolorosa

Jährlich kommen tausende Pilger nach Jerusalem, um auf der Via Dolorosa den Leidensweg Jesu nachzuempfinden.

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Der Kreuzesgang beginnt am ostwärtigen Löwentor und führt einen halben Kilometer durch die schmalen, verwinkelten Gassen der Altstadt bis zur Grabeskirche. Die Prozession orientiert sich an den Evangelien. Man zählt 14 Kreuzwegstationen, von denen allerdings fünf nur Legende sind, nämlich das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz sowie die Begegnungen mit seiner Mutter und mit der Veronika.

Auch in diesem Jahr hat wieder ein kunstblutüberströmter ausländischer Christ den Heiland im Leinen-Gewand und mit der Dornenkrone dargestellt. Neben ihm ging schwarz verhüllt die Mutter Maria, zu seiner Linken noch Römersoldaten mit Plastikschwertern – fertig war das „theatralische Spektakel auf der Via Dolorosa“.

 

So nannte es ein Freund von mir, der orthodoxer Jude ist und zufällig in derselben Gasse unterwegs war. Ein paar Tage später war Baruch bei mir in der Redaktion. Er berichtete, wie unwohl er sich in dem Moment gefühlt habe, als der blutende Jesus mit dem Kreuz auf der Schulter an ihm vorüberging. „Ich bin als Jude erkennbar....

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