Diskussion um Öffnung der Synagogen

29 % der Infektionen mit dem Coronavirus ereigneten sich in Synagogen und Jeschiwas – Neue Anordnungen treten in Kraft – 2170 Coronakranke

Diskussion um Öffnung der Synagogen
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Israels Oberrabbinat forderte die Israelis auf, sich am Mittwoch in Synagogen im ganzen Land zu versammeln, um als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus zu fasten und zu beten.

Zur gleichen Zeit veröffentlichte das Nationale Corona-Informationszentrum einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass die meisten Corona-Infektionen in Israel in Synagogen verbreitet waren.

Volle 29 Prozent aller Infektionen, die ihren Ursprung in Israel hatten, traten in Synagogen und Jeschiwas auf. Es scheint, dass das Offenhalten von Synagogen trotz der Anweisung der Regierung, sich nicht in Gruppen zu versammeln, zu einem Anstieg der Corona-Infektionen führte. Die Daten enthalten keine Fälle, die aus dem Ausland ins Land gebracht wurden. Fast die Hälfte aller Israelis hatte sich im Ausland mit dem Coronavirus infiziert.

Die hohe Infektionsrate in Synagogen ist besonders alarmierend, da die meisten Gottesdienste im ganzen Land regelmäßig von älteren Menschen besucht werden, die einem viel höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Der Bericht zeigt, dass von allen Corona-Infektionen, die aus Israel stammten, 15 Prozent in einem Hotel infiziert waren, 12 Prozent in einem Restaurant, 7 Prozent beim Einkaufen im Supermarkt, 7 Prozent in einem Geschäft, 5 Prozent im medizinischen Bereich, 3 Prozent im Bildungssystem, 3 Prozent in einem Pflegeheim, 3 Prozent in einer Kindertagesstätte und die restlichen bei Veranstaltungen, Einkaufszentren, im Fitnessstudio und anderen gesellschaftlichen Zusammenkünften.

 

Wie können wir beten?

Viele Rabbiner greifen die Entscheidung an, die Synagogen nicht zu schließen und nennen die Entscheidung „lebensbedrohlich“. Bürgermeister vieler Städte haben ihre Synagogen selbst geschlossen, aber ohne die obligatorische Anweisung des ultraorthodoxen Gesundheitsministers Yaakov Litzman bleiben viele der Synagogen offen.

“Wir gratulieren der Entscheidung des Rabbinats zu einem weltweiten Gebetstag”, sagte Rabbi Saul Farber, Vorsitzender von Itim. “Wir dürfen jedoch nicht auf eine Weise beten, die die Öffentlichkeit gefährdet. Wir fordern auch das Oberrabbinat auf, den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums zu folgen und die Schließung von Synagogen anzuordnen, bis die Gefahr der Epidemie vorüber ist. Weiterhin muss man sofort darauf bestehen, dass die Gebete auf eine Weise durchgeführt werden, die unsere Bürger schützt. “

 

Neue Anordnungen treten in Kraft – Gotteshäuser werden geschlossen

Unterdessen hat die Regierung in der letzten Nacht eine Reihe neuer Anweisungen beschlossen, die heute um 17 Uhr Ortszeit in Kraft treten werden. Damit wird sich auch die Frage erübrigen, ob die Synagogen offen gehalten werden sollen, denn sie müssen nun, wie auch alle anderen Gotteshäuser, Kirchen und Moscheen, geschlossen bleiben.

Des Weiteren darf man nur noch für den Kauf von Lebensmitteln, Medikamente oder dringende medizinische Behandlung das Haus verlassen. Ansonsten wird erlaubt, sich zusammen mit der Familie bis zu einer Entfernung von 100 Meter von der Wohnung zu entfernen. Aber auch das nur für eine kurze Zeit.

Die Einhaltung der neuen Regeln wird von der Polizei kontrolliert werden. Wer die Anweisungen ignoriert, kann mit einer Geldstrafe oder mit einer Haftstrafe von bis zu einem halben Jahr bestraft werden. Die neuen Anordnungen sollen zunächst für 7 Tage gelten.

 

2170 Coronakranke

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten in Israel ist heute auf 2170 angestiegen, insgesamt 5 Menschen sind gestorben. 37 befinden sich in einem ernsten Zustand.