Die iranische Bedrohung durch die Marine wächst

Die Marine der Revolutionsgarden ist in das Rote Meer und das Mittelmeer vorgedrungen.

| Themen: Iran
Satellitenbilder von vier iranischen Kriegsschiffen, die im Roten Meer gesichtet wurden. Foto: Israelisches Verteidigungsministerium

(JNS) Am 5. Juli 2022 erklärte der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz auf dem Annual Economist Government Roundtable in Griechenland: “Der Iran stationiert sich systematisch im Roten Meer und lässt Kriegsschiffe in der südlichen Region patrouillieren” und fügte hinzu “die Präsenz der iranischen Streitkräfte im Roten Meer in den letzten Monaten ist die signifikanteste seit einem Jahrzehnt und stellt eine direkte Bedrohung für Handel, Energie und die Weltwirtschaft dar.“

Kürzlich hatte eine Website, die sich gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen wendet, berichtet, dass somalische Sicherheitskräfte am 28. Juni 2022 in Bandar Beyla am Arabischen Meer zwei mit Waffen beladene Boote gekapert haben, die die Huthis mit Hilfe des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) des Iran an die somalische Terrororganisation Harakat al-Shabaab al-Mujahideen, den Al-Qaida-Ableger in Ostafrika, besser bekannt als al-Shabaab”, liefern wollten.

Dem Bericht zufolge gehörten die Boote mit somalischer und jemenitischer Besatzung Ahmad Matan, einem somalischen Schmuggler, der für einen Lkw-Anschlag im Oktober 2017 verantwortlich ist, bei dem mehr als 500 Menschen getötet wurden. Der Schmuggel wird Berichten zufolge von Somalia nach Jemen und umgekehrt durchgeführt.

Im November 2021 berichtete die Organisation Global Initiative against Transnational Organized Crime, dass Waffenlieferungen aus dem Iran an die Huthis ihren Weg nach Somalia gefunden hätten. Einige Navigationssysteme der von der US-Marine abgefangenen Waffenschmuggelschiffe zeigten Ausgangspunkte aus dem Hafen von Jask im Iran – wo die IRGC-Marine (IRGCN) und die iranische Marine (IRIN) operieren – und dem Hafen von al-Mukalla im Jemen, der für den jemenitischen und somalischen Schmuggel genutzt wird.

Im Mai 2021 beschlagnahmte das US-Kriegsschiff USS Monterey eine große Waffenlieferung, deren Herkunft offenbar Iran war. Am 7. Juli 2022 teilte das Vereinigte Königreich mit, dass am 28. Januar und 25. Februar 2022 die Royal Marines des Kriegsschiffs HMS Montrose in internationalen Gewässern südlich von Iran iranische Waffen aus Schnellbooten beschlagnahmten, die von Schmugglern betrieben wurden.

In den letzten Jahren hat sich der IRGCN, der den Großteil der iranischen Marineaktivitäten in der Region des Persischen Golfs durchgeführt hat, auf das Arabische Meer, das Rote Meer und das Mittelmeer ausgedehnt wobei seine Präsenz in der Region des Arabischen und des Roten Meeres hauptsächlich im Verborgenen stattfindet. Zivile Schiffe werden eingesetzt, um Informationen zu sammeln und Waffen an die Huthis zu liefern. Bei einigen seiner operativen Aktivitäten wurde der IRGCN – dem Vorrang bei Ausrüstung, Personal und Ausbildung eingeräumt wurde – vom IRIN unterstützt.

Die iranische Präsenz im Arabischen Meer und im Roten Meer verbirgt sich hinter den Behauptungen des internationalen Krieges gegen die Piraterie wird aber auch für iranische Operationen und den Waffenschmuggel an die Huthis im Jemen, Somalia und palästinensische Terrororganisationen im Gazastreifen und Libanon genutzt. Im Rahmen der aggressiven iranischen Drohnenstrategie dienen umgebaute Schiffe der IRGC-Marine und der iranischen Marine als Startplattformen für Drohnen, Schnellboote und mit Sprengstoff beladene Marine-Selbstmordboote (GPS-gesteuert und unbemannt), die Ziele im Mittelmeer angreifen können, darunter auch israelische Gasbohrinseln.

Diese iranischen maritimen Kapazitäten eignen sich für die asymetrische Kriegsführung des Iran. Einige werden derzeit gegen die strategische Infrastruktur Saudi-Arabiens eingesetzt, darunter auch für Angriffe auf Ölförderanlagen auf See und an Land, auf saudische Schiffe, die vor der saudischen Küste operieren, und für iranische Vergeltungsangriffe auf ausländische Einrichtungen in der Region.

Darüber hinaus schmuggelt der Iran Waffen an das Horn von Afrika, um seine Aktivitäten in der Region zu verstärken, insbesondere in Somalia, das nicht nur ein Ziel für den Waffenschmuggel ist, sondern auch eine Transitstation für den Transport von Waffen über das Rote Meer in Richtung Mittelmeer.

Die iranische Marineaktivität in der Region hat schwere Zeiten hinter sich, unter anderem durch unerklärliche Angriffe auf iranische Schiffe und die Beschlagnahmung von Waffen auf Schiffen und Booten, die aus dem Iran stammen. Dennoch wird der Iran seine Seetätigkeit in der Region fortsetzen, seine Fähigkeiten zum Abschuss von Drohnen von See aus verbessern und Waffen an seine Verbündeten in der Region, die palästinensischen Terrororganisationen und die Hisbollah, liefern.

Angesichts der laufenden Luftangriffe gegen seine Stellvertreter im Gazastreifen, im Jemen, im Libanon, in Syrien und im Irak misst der Iran Boden-Luft-Waffen große Bedeutung bei. Dementsprechend wird er die Kapazitäten seiner Stellvertreter mit 358 SAMs und MANPADS sowie anderen Luftabwehrwaffen durch Schmuggel auf dem Luft-, Land- und Seeweg weiter aufrüsten.

Eine verstärkte iranische Marinepräsenz – einschließlich der IRGC-Kräfte, die mit logistischer Unterstützung und Terrorismus beauftragt sind – verschärft die Bedrohung der internationalen Handels- und Schifffahrtswege. Sie erweitert die Möglichkeiten des Irans, Schiffe anzugreifen, wie bei dem Angriff auf das Frachtschiff MT Mercer Street vor der Küste Omans im Juli 2021. Das US Central Command erklärte, dass die Drohne, die das Schiff traf und zwei Besatzungsmitglieder tötete, im Iran hergestellt wurde.

Die Verbesserung der iranischen Seekriegsführung, Luft- und Seedrohnen, Schnellboote und Raketenfähigkeiten von maritimen Plattformen aus geben dem Iran die Möglichkeit, im Rahmen einer asymmetrischen Kriegsführung gegen Ziele auf See vorzugehen und als Vergeltung für die laufenden Angriffe auf iranische Sicherheitseinrichtungen und nukleare Ziele eine mögliche Antwort gegen Israel zu entwickeln.

 

IDF-Oberstleutnant a.D. Michael (Mickey) Segall, Experte für strategische Fragen mit Schwerpunkt Iran, Terrorismus und Naher Osten, ist leitender Analyst beim Jerusalem Center for Public Affairs und bei Acumen Risk Advisors.

Dieser Artikel wurde ursprünglich vom Jerusalem Center for Public Affairs veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox