Die Erlösung der Verworfenen

Bekämpfung des Sexhandels in Israel durch Rehabilitierung der Opfer. Genau dafür hat ein christliches Ehepaar in Israel die Organisation “KitePride” gegründet

Die Erlösung der Verworfenen
KitePride

Von der Regierung in Auftrag gegebene Studien haben ergeben, dass es in Israel etwa 14.000 Sexarbeiterinnen gibt, jede mit Hunderten von “Kunden” pro Jahr. Die Mehrheit gab an, dass sie der Sexindustrie entfliehen möchten, doch finanzielle Schulden, Einschüchterung durch Zuhälter und mangelnde berufliche Qualifikation halten sie in einem verzweifelten Gewerbe gefangen.

Matthias und Tabea Oppliger, ein christliches Ehepaar, gründeten 2011 eine Organisation, die sich mit dem Problem des Sexhandels und der sexuellen Ausbeutung von Frauen in der Schweiz sowie weltweit befasst. Während einer Reise nach Tel Aviv im Jahr 2014 wollte sich eine Prostituierte, die Tabea aus Zürich erkannt hatte, mit ihr zusammensetzen und mit ihr sprechen. Der Zuhälter der Frau sah, was geschah, packte seine Arbeiterin und schickte sie zurück auf die Strasse. Dies veranlasste Tabea, in Tel Aviv, dem Hotspot des israelischen Sexhandels, erste Maßnahmen zu ergreifen, um Menschen zu helfen, die in der Sexhandelsbranche gefangen sind.

Zusammen mit christlichen Freiwilligen und Gläubigen vor Ort gründeten sie KitePride, ein Unternehmen mit sozialen Zielen, das Frauen und Männern, die den Schrecken und der Ausbeutung der kommerziellen Sexindustrie entgehen wollen, eine bezahlte Beschäftigung bietet. Der Job bietet ihnen eine Alternative zur Sexarbeit und gibt ihnen die Chance, ihr zerbrochenes Leben auf erlösende Weise zu rehabilitieren.


Tabea erzählt über KitePride

In der KitePride-Fabrik werden modische Taschen aus benutzten Wassersport-Materialien hergestellt, die sonst als Müll entsorgt worden wären. Die Mitarbeiter erleben eine Arbeitsumgebung, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und ihnen den Stolz auf das zurückgibt, was sie für ihren Lebensunterhalt tun.

KitePride

Die schönen, einzigartigen und nachhaltigen Taschen von KitePride werden aus hochwertigen Materialien hergestellt, die normalerweise weggeworfen worden wären. Hier bekommen gebrauchte Yachtsegel, Fallschirme und Surfdrachen die Chance auf ein neues Leben – einen zweiten Wind.

Und genau so ist es auch für die Menschen, die mit diesen Stoffen arbeiten. KitePride ist eines der wenigen Unternehmen in Israel, das Menschen aus Rehabilitationszentren und Notunterkünften Beschäftigung bietet. KitePride konnte bislang zwei Dutzend Frauen und Männern Arbeit bieten.

Lokale Regierungsbehörden arbeiten mit dem Projekt zusammen. “Das Sozialministerium schickt uns Menschen, die verzweifelt versuchen, aus dem Sexhandel auszusteigen”, sagte Matthias gegenüber Israel Heute. “Wir bringen ihnen eine Fertigkeit bei und bieten ihnen eine gut bezahlte Arbeit in einer gesunden Atmosphäre, in der sie rehabilitiert werden. Diese Menschen werden umarmt und mit Akzeptanz, Respekt und Freundlichkeit behandelt. Und sie reagieren darauf!”

Matthias erzählt von einem orthodox-jüdischen Transvestiten, der in der Sexindustrie versklavt war und sein Leben völlig umgekrempelt hat. “Als einige schwule und lesbische Führungspersönlichkeiten in Tel Aviv vorbeikamen, um unsere Arbeit zu sehen”, sagt Matthias, “gab der orthodoxe Jude ihnen ein großartiges Zeugnis!

Matthias erzählt diese Geschichte eines Jungen aus einem arabischen Dorf in Israel:

“Nach Jahren des sexuellen Missbrauchs floh er mit 13 Jahren von zu Hause. Er fand eine Stelle auf einem Fischerboot in Tel Aviv, aber sein Kapitän begann, ihn sexuell zu missbrauchen. So floh er erneut, kam in der Nähe des Zentralen Busbahnhofs in Tel Aviv unter, der für Prostitution, Drogen und Kriminalität bekannt ist. Um zu überleben, verkaufte er sich als männlicher Prostituierter. Eine Sozialarbeiterin fand ihn und brachte ihn in ein Heim, wo er später zu uns überwiesen wurde, um Arbeit zu finden… und er gewinnt an Stabilität und Heilung vom Trauma der Vergangenheit”.

*Anmerkung des Herausgebers: Diese Geschichte erinnert uns an das biblische Buch Hosea, in dem Gott Israel mit einer Prostituierten vergleicht, die Gott erlöst.

 


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