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Der wahre Grund für Pompeos Kurzbesuch in Israel

Es ging nicht darum, über den Iran oder den Friedensplan von Trump zu diskutieren, Fragen, über die man sich schon einig ist

Der wahre Grund für Pompeos Kurzbesuch in Israel
US Botschaft in Israel

Die Trump Administration betonte am Mittwoch, dass US-Außenminister Mike Pompeo nicht um die halbe Welt geflogen sei, um über Israels mögliche Annexion des Jordantals und anderer Teile des biblischen Kernlandes zu sprechen.

Auch das Ansprechen der (vorübergehend?) schwindenden iranischen Bedrohung stand nicht ganz oben auf der Tagesordnung, als Pompeo zunächst mit Premierminister Benjamin Netanjahu und dann mit seinem neuen Koalitionspartner Benny Gantz zusammensaß.

Laut Channel 12 News war der Grund dafür, dass Trump und Pompeo selbst inmitten der andauernden Coronavirus-Krise ein Treffen mit Netanjahu für nötig hielten, ihre Besorgnis über die wachsenden Beziehungen zwischen Israel und China.

 

Keine Gespräche über den Iran?

Sicherlich sprachen Pompeo und Netanjahu über den Iran, seine geschwächte Position im benachbarten Syrien und seinen jüngsten massiven Cyberangriff auf das israelische Wassersystem.

Aber das hätten sie genauso gut am Telefon tun können. Israel und die USA sind sich in Bezug auf die Islamische Republik sehr einig.

Persönliche Treffen, wie sie gestern stattfanden, sind nur dann wirklich notwendig, wenn die beiden Seiten in einer Frage unterschiedliche Ansichten vertreten. Und da die Gefahr einer Coronavirus-Infektion nach wie vor eine sehr reale Sorge ist, erwarten wir von unseren Führern, dass sie leichtfertige, unwichtige Zusammenkünfte vermeiden, so wie sie es von uns verlangen.

 

Die chinesische Bedrohung

Die Trump Administration befindet sich gegenwärtig in einem neuen Wortkrieg mit China. Der US-Präsident beschuldigt den asiatischen Riesen ganz klar, den Ausbruch des Coronavirus verheimlicht zu haben, bis es zu spät war. China wird jetzt sogar beschuldigt, dass der COVID-19-Stamm in einem chinesischen Labor gezüchtet und (versehentlich oder anderweitig) aus diesem freigesetzt wurde.

Trump macht gegenwärtig sehr öffentliche Gesten zur Unterstützung der historischen und religiösen jüdischen Ansprüche auf das Heilige Land, wie wir sie seit der Balfour-Erklärung nicht mehr gesehen haben. Unnötig zu sagen, dass er dann natürlich nicht will, dass Israel sich in einer Zeit wachsender Spannungen an Amerikas größten Rivalen schmiegt.

“Der Minister hat kein Problem damit, dass Menschen Beziehungen zu China haben, aber die Corona-Krise macht die Gefahren im Umgang mit Staaten deutlich, die nicht transparent sind, die keine fairen Handelspraktiken haben”, sagten US-Beamte, die von den israelischen Medien zitiert wurden.

“Die Chinesen sind kein verlässlicher Partner”, fügten sie hinzu, als sie Israel davor warnten, zu viele chinesische Investitionen in den jüdischen Staat zuzulassen. Sehr viele der größten israelischen Unternehmen befinden sich bereits teilweise im Besitz chinesischer Investoren. Die Amerikaner sahen die Bedrohung darin, dass “es in China so etwas wie ein privates, unabhängiges Unternehmen nicht gibt”.

Am Ende des Tages sagten die US-Beamten, dass die Beziehungen zwischen Amerika und Israel stark und reif seien und schwierige Diskussionen wie diese ermöglichen. “Ich denke, die Botschaft ist angekommen”, sagte ein amerikanischer Diplomat.

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