Israel wartet nicht darauf, dass der Libanon oder gar Washington endlich handeln. Jerusalem plant bereits jetzt für die Zeit nach der Hisbollah und entwirft einen Friedensrahmen, der jahrzehntelangen Konflikten ein Ende bereiten soll. Und das stellt eine erfrischende Abkehr von Israels typischer reaktionärer Haltung dar.
Es wird erwartet, dass sich israelische und libanesische Vertreter am 14. und 15. Juli in Rom treffen, um mit der Arbeit an einem Abkommen zu beginnen, das letztendlich zu einem umfassenden Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern führen könnte. Das unmittelbare Ziel ist keine zeremonielle Erklärung, sondern der Aufbau einer praktischen diplomatischen Architektur, die aktiviert werden kann, sobald die Hisbollah nicht mehr die strategische Ausrichtung des Libanon kontrolliert.
Der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, beschrieb die Initiative als ein umfassendes Abkommen, das die gesamten Beziehungen abdeckt: Grenzen, Sicherheit, Handel, Visa, Botschaften und Tourismus.
Israeli Ambassador @yechielleiter says Israel is pushing to draft a full Israel-Lebanon peace agreement now and “put it on the shelf,” so it is ready the moment Hezbollah is removed from the equation.
Referring to the July 14-15 talks in Rome, he said the vision includes… pic.twitter.com/2isiGEntyh
— Or Shaked (@Or_Shaked) July 6, 2026
Seit Jahrzehnten verfügt der Libanon zwar über die formalen Institutionen der Souveränität, doch die Hisbollah übt die Macht aus. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation unterhält eine eigene Armee, diktiert die Bedingungen der Konfrontation mit Israel und hat den Libanon in Teherans regionalen Krieg verwickelt.
Das Ergebnis war vorhersehbar. Der Libanon trägt die Folgen von Entscheidungen, die seine gewählte Regierung oft nicht verhindern kann.
Ein echtes Friedensabkommen würde daher mehr erfordern als diplomatische Formulierungen. Ein Stück Papier reicht einfach nicht aus. Es erfordert die Beseitigung der bewaffneten Struktur, die normale zwischenstaatliche Beziehungen unmöglich gemacht hat.
Der jüngste, von den USA vermittelte Rahmenvertrag enthält Berichten zufolge Bestimmungen zur Entwaffnung der Hisbollah. Arbeitsgruppen sollen sich mit ungelösten Grenzfragen und den Sicherheitsanforderungen beider Länder befassen.
Das Modell ist näher an den Abraham-Abkommen als an einem weiteren vorübergehenden Waffenstillstand. Das Ziel besteht darin, über das Konfliktmanagement hinauszugehen und zu gegenseitiger Anerkennung, wirtschaftlichem Austausch und formellen diplomatischen Beziehungen zu gelangen.
Natürlich besteht ein erheblicher Unterschied zwischen der Ausarbeitung eines Abkommens und dessen Umsetzung. Die Hisbollah bleibt bewaffnet, der Iran bleibt engagiert, und das politische System des Libanon bleibt fragil.
Die Hisbollah hat offen mit einem Bürgerkrieg gedroht, und es bestehen ernsthafte Zweifel daran, ob die libanesischen Behörden den Willen haben, gegen die Terrormiliz vorzugehen.
Doch die Vorbereitung des Abkommens zum jetzigen Zeitpunkt ist sowohl strategisch sinnvoll und verschafft Israel zudem die Initiative.





Daran, dass die Hisbollah mit Bürgerkrieg droht, sieht man deutlich, dass ihr der Libanon immer völlig egal war und dass sie alles auf dessen Kosten macht. Sie hat das Land immer wieder in ihre Kriege hineingezogen und politisch nicht zuletzt durch ihren Geist des Aufruhrs und des Schürens von Fitna destabilisiert.
Diese Gruppe verhält sich wie ein Parasit, der seinen Wirt, falls nötig, zu zerstören bereit ist. Genau das sind die Gründe, warum man sie los werden muss. Von allein bessert sich die Lage nicht, irgendwann muss man dieses Problem angehen. Jetzt ist dafür ein günstiger Zeitpunkt, denn die Miliz ist so schwach wie nie und ihr Arbeiten mit Ängsten und Unheilsszenarien nimmt ihr niemand mehr ab, weil sich die angeblich gewaltige und furchterregende Vergeltungsmacht als leerer Bluff erwiesen hat. Bisher konnte sie keine ihrer Warnungen wahr machen und so wird es auch diesmal, bei ihrer endgültigen Abwicklung sein. Ihre Warnungen sind leeres Gerede und ihre Kämpfer werden in Scharen fliehen, wenn sie sehen, dass ihr Ende gekommen ist und dass auch aus dem Iran keine Hilfe kommt. Denn das hielt sie am Leben und das alles bricht jetzt weg.