Bundeskanzlerin Merkel wird in Israel erwartet

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird heute Abend zusammen mit einer Delegation von deutschen Ministern und Wirtschaftsvertretern zu einem kurzen Besuch in Israel erwartet. Der Streit um ein Beduinendorf könnte jedoch zu einer Absage in letzter Sekunde führen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die als eine große Freundin Israels bekannt ist, wird heute Abend auf dem Ben Gurion Flughafen zu einem zweitägigen Besuch im Heiligen Land erwartet. Nach ihrer Landung wird sich Bundeskanzlerin Merkel zum Abendessen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treffen.

Bild: Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Netanjahu bei ihrem letzten Treffen im Juni in Berlin (Foto: Haim Zach/GPO)

Das eigentiche Programm ihres kurzen Besuches beginnt morgen früh mit einem Besuch des Holocaust Museums Jad Vashem. Danach steht ein Besuch des Israels Museums in Jerusalem auf dem Programm. Dort wird Angela Merkel zunächst von der Universität Haifa die Ehrendoktorwürde überreicht werden. Danach besucht Merkel zusamen mit Netanjahu im Museum eine Ausstellung technischer Innovationen. Dabei wird auch ein Treffen mit Geschäftsleuten stattfinden.

Am Mittag trifft sich die Kanzlerin dann zu einem Arbeitsessen mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin.

Anschließend findet dann das offizielle Treffen mit Ministerpräsident Benjamim Netanjahu statt, sowie ein bilaterales Treffen deutscher und israelischer Minister. Merkel wird bei ihrem Besuch von sechs deutschen Ministern und elf Vertretern der Wirtschaft begleitet werden, darunter.

Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz finden bereits zum siebten Mal die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen statt, die von der deutschen Bundeskanzlerin und dem geleitet werden.

Morgen gegen 19 Uhr wird die Bundeskanzlerin und ihre Delegation wieder nach Deutschland fliegen.

Der Besuch steht im Hintergrund der Kritik von Ministerpräsident Netanjahu in der vergangenen Woche vor der UNO Generalversammlung an den Führern Europas in Bezug auf die atomare Bedrohung aus dem Iran. Dennoch wird erwartet, dass der Besuch in Israel spannungsfrei verlaufen wird, da Merkel als eine Freundin des Jüdischen Staates angesehen wird.

Streit über Beduinendorf

Ganz problemlos scheint der Besuch der Bundeskanzlerin trotz ihrer Freundschaft zu Israel nicht zu laufen. Einem Bericht des israelischen Armeeradios zufolge, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Absage ihres Besuchs gedroht haben für den Fall, dass das Beduinendorf noch vor ihrem geplanten Eintreffen in Israel geräumt werden sollte. Dies sei aus dem Bundeskanzleramt mitgeteilt worden sein.

In dem Beduinendorf Khanan al-Ahmar, das von einem israelischen Gericht als illegal angesehen wird und vor der Räumung steht, hofft man, dass die deutsche Bundeskanzlerin sich sie und gegen den geplanten Abriss des Dorfes einsetzten wird. Dafür haben Kinder des Dorfes Poster mit dem Bild der Kanzlerin vorbereitet mit der Bitte, ihre Schule und das Dorf zu retten (Foto: Wisam Hashlamoun/Flash90). Das deutsche Auswärtige Amt hatte die geplante Zerstörung des Dorfes bereits kritisiert.

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