Bewohner des Gazastreifens verurteilen die Hamas in den sozialen Medien

Sie haben nichts mehr zu verlieren: Unter den Palästinensern in Gaza geht derzeit der Hashtag #TheyKidnappedGaza viral. Mit „they“ (sie) ist die Hamas gemeint.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Hamas, Gazastreifen
Die Menschen in Gaza haben genug von der ineffektiven, korrupten und brutalen Militärherrschaft der Hamas. Atia Mohammed/Flash90 Foto: Atia Mohammed/Flash90

Die jahrelange brutale Hamas-Herrschaft scheint ihnen zum Halse herauszuhängen. Mittlerweile haben die Bewohner des Gazastreifens anscheinend nichts mehr zu verlieren. Man beginnt, die Schuld für die katastrophale Lage der Küstenenklave nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand, sondern auch öffentlich dort zu suchen, wo sie hingehört: bei ihren terroristischen Oberherren.
Die Hamas, wie auch die meisten palästinensischen Apologeten, möchte, dass Sie weiterhin glauben, dass der Gazastreifen wegen Israel im Elend versinkt.

Doch eine Reihe von Online-„Veranstaltungen“ in den sozialen Medien, die von Einwohnern des Gazastreifens organisiert werden, finden nicht unter Hashtags statt, die die sogenannte israelische „Belagerung“ anprangern. Nein, der Hashtag, den die Menschen im Gazastreifen in diesen Tagen verwenden, lautet #TheyKidnappedGaza – „sie“ (they) ist die Hamas.

Diejenigen, die sich zu diesen Entwicklungen äußern, sind natürlich nach wie vor kritisch gegenüber Israel. Gleichzeitig räumen sie ein, dass die Lage in Gaza ohne die Hamas wesentlich besser wäre.

Die Hamas ist dank ihrer erfolgreichen Welle von Terroranschlägen gegen israelische Juden und ihrer lokalen Wohltätigkeitsarbeit populär geworden. In der palästinensischen Gesellschaft geht beides Hand in Hand. Im Jahr 2006, als die Palästinenser das letzte Mal wählten, gewann die Hamas die Mehrheit im palästinensischen Parlament. Als man ihr jedoch nicht erlaubte, die nächste Regierung zu bilden, reagierte die Hamas mit der gewaltsamen Übernahme der Kontrolle über den Gazastreifen. In den darauffolgenden Jahren hatten die Einwohner Gelegenheit, den Fehler zu erkennen, den sie begangen hatten, als sie für die islamistische Gruppe stimmten.

Nachdem die Hamas an der Macht war, wurde sie schnell genauso korrupt wie die Palästinensische Autonomiebehörde, die sie so oft der Korruption bezichtigt. Auch war die Gruppe nie in der Lage, grundlegende Regierungsarbeit zu leisten. Das ist nicht ihre raison d’être.
Und bis jetzt hatten die Anwohner das Gefühl, dass sie keine Stimme hatten. Jegliche Kritik am Hamas-Regime war nicht erlaubt.

„In Gaza wird einem gesagt, man solle den Mund halten. Du darfst es nicht wagen, deinem Schmerz eine Stimme zu geben. Denn der Schatten der internen Sicherheitskräfte verfolgt immer deine Gedanken“, sagte ein Bewohner des Gazastreifens.

Die Online-Ereignisse finden hauptsächlich auf Twitter Spaces statt und werden, zumindest anfangs, von Menschen aus dem Gazastreifen organisiert, die bereits geflohen sind und nun im Ausland leben.

Noch bevor die Menschen im Gazastreifen bereit waren, die Hamas öffentlich zu kritisieren, sprach Israel Heute mit einer Reihe von Palästinensern vor Ort, die uns sagten, dass das Leben unter der Terrorgruppe dazu geführt hat, dass sie sich nach der israelischen „Besatzung“ sehnen.

„Ich kenne viele Menschen, die die Hamas in der Vergangenheit unterstützt haben, aber heute von ihrer Politik desillusioniert sind“, sagte ein Mann aus Gaza. „Viele glauben jetzt, dass die israelische Besatzung vorzuziehen ist. Wenigstens übernehmen die Israelis die Verantwortung für ihr Handeln.“

Mehr dazu: „Wir würden sogar eine israelische Besatzung bevorzugen“

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