ANALYSE: Mossad Chef sagt, der Iran lüge über Atomwaffen

Wenn etwas unternommen werden soll, dann ist es jetzt an der Zeit, mit einem entschlossenen Präsidenten im Weißen Haus zusammenzuarbeiten.

Flash90

Am Montag enthüllte Mossad-Chef Yossi Cohen während einer Rede auf einer Sicherheitskonferenz in Herzlia eine Reihe von Aktivitäten, die seine Organisation in den letzten Jahren unternommen hat, welche weltweit unzählige Menschenleben gerettet haben.

Cohen sagte, dass in einem James Bond-Film eine einzige Person die Welt rette und fügte hinzu, dass dies in unserer Welt durch „viele (Mossad)-Mitarbeiter“ getan würde.

 Der Mossad-Chef gab an, seine Agenten hätten herausgefunden, dass der Iran Terroranschläge in den Niederlanden, in Deutschland, in der Türkei und in Frankreich geplant hatte, während 300 syrische Aktivisten ausgebildet wurden, die die Islamische Revolution nach Afrika ausweiten sollten.

 Cohen gab auch bekannt, dass der Iran im vergangenen Jahr 100 Millionen US-Dollar an die palästinensischen Terrorgruppen in Gaza gezahlt habe, um den Druck auf Israel durch den sogenannten “Marsch der Rückkehr”, die organisierte Gewalt an der israelischen Grenze zum Gazastreifen, zu verstärken

Der Mossad hat durch seine Arbeit auch Terroranschläge gegen zivile Flugzeuge auf der ganzen Welt vereitelt und damit das Leben von Juden auf der ganzen Welt gerettet.

Omans jüngste Annäherung an Israel war laut Cohen ebenfalls das Ergebnis einer Mossad-Operation. Er sagte, dass Mossad-Agenten vor der von den USA organisierten Wirtschaftskonferenz über den palästinensischen israelischen Konflikt im Golfstaat, die Ende Juni stattfand, heimliche Treffen mit omanischen Diplomaten durchgeführt hätten.

Dank des Mossad habe Israel nun ruhige Beziehungen zu vielen sunnitisch-arabischen Ländern, erklärte Cohen auf der Konferenz.

 Cohen berichtete über die nukleare Pattsituation mit dem Iran und gab bekannt, dass die MossadMitglieder, die an der Operation in Teheran beteiligt waren, wo sie einen großen Teil des iranischen Nukleararchivs gestohlen hatten, dafür vom israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin eine Auszeichnung erhalten hätten.

 Cohen erklärte, die Mossad-Operation im Iran Anfang 2018 habe „die Art und Weise verändert, wie die Welt den Iran sieht”, und betonte, dass der Iran über die Natur seines Atomprogramms lüge.

Der Iran behauptet, sein Urananreicherungsprogramm sei nur für medizinische Zwecke bestimmt gewesen. Dies seien „totale Lügen”, so der Mossad-Chef. „Nur eine eindeutige Entschlossenheit, den Iran daran zu hindern, die Atomwaffe zu bekommen, kann ihn stoppen (Iran).”

Cohen wies auf die Entschlossenheit des Iran hin, sein Programm für ballistische Raketen zu erweitern, und sagte, dass dies ein weiteres Indiz dafür sei, dass die Islamische Republik ihr Atomwaffenprogramm nicht aufgegeben habe.

Seine Worte gewannen an Bedeutung, nachdem Mojtaba Zonnour, ehemaliger Vorsitzender des iranischen Nuklearausschusses und derzeitiger Vorsitzender des Komitees für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, drohte, Israel innerhalb einer halben Stunde zu zerstören, falls die USA den Iran angreifen würden.

„Wenn Amerika uns angreift, wird Israel nicht länger als eine halbe Stunde überleben”, prahlte Zonnour.

Der hochrangige iranische Beamte behauptete auch, dass alle 36 amerikanischen Stützpunkte im Nahen Osten von Iran überwacht würden und sich in Reichweite seiner ballistischen Raketen befänden.

Die Erklärung von Zonnour wirft erneut die Frage auf, ob der Iran nicht bereits im Besitz von Atomwaffen sein könnte.

Der frühere CIA-Spion Reza Khalili (nicht sein wirklicher Name), der als Mitglied des Iranischen Revolutionsgarden Geheimdienstinformationen für die USA lieferte, behauptete im Oktober 2011, dass der Iran bereits über Atomwaffen verfüge.

Laut Khalili hat der Iran taktische Atomwaffen aus der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan gekauft.

Khalili zitierte Oberstleutnant Tony Shaffer, einen erfahrenen Geheimdienstoffizier und Empfänger eines Bronze-Sterns, der dem CIA-Spion erzählte, dass seine Quellen ihm berichtet hätten, dass der Iran 2011 im Besitz zweier funktionsfähiger Atomsprengköpfe gewesen sei.

Im April 2006 gab die russische Zeitschrift Novaia Gazeta bekannt, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schockierende 250 Atomsprengköpfe aus dem ukrainischen Atomarsenal fehlten.

Das russische Magazin erwähnte die Möglichkeit, dass die vermissten Atomsprengköpfe im Iran gelandet sein könnten.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Iran einen Teil seines Nuklearwaffenprogramms an ein Drittland, höchstwahrscheinlich an Syrien, übertragen hat.

Das deutsche Magazin Der Spiegel behauptete 2015, der Iran habe in der westsyrischen Stadt Qusayr nahe der libanesischen Grenze eine neue Atomanlage errichtet.

Der Spiegel behauptete, 8.000 Brennstäbe seien am Standort gelagert worden, doch die amerikanische Waffenexpertin Jennifer Dyer nahm an, Qusayr könne auch eine Plutonium-Anlage sein.

Das in Washington ansässige Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit (ISIS) veröffentlichte im März 2018 einen Bericht, der sich ebenfalls mit Qusayr befasste.

In dem Bericht heißt es, dass es Grund zu der Annahme gebe, dass Syrien, offenbar mit Hilfe von Nordkorea und Iran, in Qusayr eine neue unterirdische Nuklearanlage errichtet habe, obwohl „die Beweise nicht eindeutig sind“.

Die ISIS-Ermittler, darunter der frühere IAEA-Nuklearinspektor David Albright, überprüften die Satellitenbilder von Qusayr und stellten fest, dass sich der Standort in der Nähe eines unterirdischen Grundwasserleiters befand, der zur Kühlung eines Kernreaktors verwendet werden könnte.

Sie stellten auch fest, dass man sich darum bemüht habe, große Mengen ausgehobener Kalksteinerde zu tarnen, die auf einem nahe gelegenen terrassierten Hügel mit brauner Erde bedeckt worden waren.

Ein früher empfangener Funkverkehr zwischen einem hochrangigen Hisbollah-Agenten und Ibrahim Othman, dem Leiter der syrischen Atomenergiekommission, enthüllte außerdem, dass Qusayr tatsächlich ein Nuklearstandort war.

Der Hisbollah-Befehlshaber bezeichnete Qusayr als „Atomfabrik”, während Offiziere der Freien Syrischen Armee, die gegen Assads Armee in der Region Qusayr kämpften, berichteten, dass die Iraner „den Atomstandort” bewachten.

In Bezug auf Cohens bemerkenswerte Rede auf der IDC in Herzlia wies der Mossad-Chef darauf hin, dass in naher Zukunft weitere Informationen über die genaue Natur des iranischen Atomprogramms veröffentlicht werden könnten.

 

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