Guten Morgen liebe Leser!
Es ist ein ganz wenig „kühler“ geworden, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass dieser Juli einer der wärmeren Juli-Monate ist, die wir hier in Israel erlebt haben. Gestern erklärte der Meteorologe im Fernsehen, dass auf einen warmen Juli fast immer ein ebenfalls sehr warmer August folgt. Na, dann bin ich ja beruhigt. Warum erzähle ich Ihnen das eigentlich? Es ist halt Sommer und das ist Israel.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter mit einem leichten Rückgang der Temperaturen, hauptsächlich im Landesinneren und in den Bergen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 40 Grad, am Toten Meer 41 Grad, Eilat am Roten Meer 43 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zweieinhalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.48 m unter dem Meeresspiegel.
Heute früh las ich im Nachrichtenportal Ynet, dass die Knesset ein Gesetz verabschiedet hat, dass eine faire Vermietung von Wohnungen gewährleisten soll. Da die Wohnungspreise noch immer steigen, trotz der Bemühungen der Regierung, allen voran Finanzminister Moshe Kachlon, und sich immer weniger Menschen leisten können, eine Wohnung zu kaufen und daher zur Miete wohnen müssen, möchte die Regierung jetzt den Mietern zu Hilfe kommen. Das neue Gesetz hat einige Grundlagen festgelegt, denen nun der Vermieter, aber auch der Mieter zu folgen hat. So ist allein der Vermieter für den Zustand der Wohnung verantwortlich und darf den Mietern keine Reparaturkosten in Rechnung stellen. Es dürfen keine Wohnungen vermietet werden, die zum Beispiel nicht an das Stromnetz angeschlossen sind oder Sicherheitsmängel aufweisen. Das mag jetzt selbstverständlich klingen, aber wenn ich Ihnen von einigen Wohnungen erzählen würde, die mir damals zu meiner Zeit als Student in Jerusalem angeboten wurden, würden Sie verstehen, warum diese Punkte in Gesetz erwähnt werden. Weiter ist nach dem neuen Gesetz allein der Vermieter für die Versicherung der Wohnung verantwortlich. Ein Ende des Mietvertrages muss vom Vermieter 90 Tage im voraus, vom Mieter 60 Tage im voraus angekündigt werden. Auch wurde die Höhe der Summe festgelegt, die der Vermieter als Sicherheit vom Mieter verlangen kann. Bis jetzt waren diese Dinge gesetzlich nicht geregelt. Der Vermieter konnte mit den Mietern machen, was er wollte. Daher war das Mieten einer Wohnung immer mit einer Ungewissheit verbunden. Jederzeit konnte der Vertrag gekündigt, die Miete erhöht werden. Jetzt, wo immer mehr Menschen Wohnungen mieten, statt zu kaufen, muss die Regierung handeln. Daher versucht sie jetzt auch, den Bau von Wohnungen für eine langfristige Vermietung steuerlich zu unterstützen. Bis jetzt hatte es so etwas kaum gegeben, dass man eine Wohnung für 10 Jahre und mehr mieten kann, ohne irgendwann aus der Wohnung geschmissen zu werden. Ich hatte in meiner Studentenzeit in drei verschiedenen Wohnungen gewohnt. Alle Wohnungen wurden von Privatleuten vermietet. Jetzt möchte der Staat, dass Wohnungen von Gesellschaften gebaut werden, die ausschließlich zur langfristigen Vermietung bestimmt sind. Früher war so etwas nicht denkbar hier in Israel. Es war klar, dass man Wohnungen kauft und nicht mietet. Doch heute können die Eltern ihren Kindern nicht mehr bei dem Kauf einer Wohnung unter die Arme greifen. Ich sehe das auch bei uns. Mein Vater hatte mich bei dem Kauf unserer ersten Wohnung noch unterstützt. Aber ich sehe keine Möglichkeit, dass ich meinen Kindern beim Wohnungskauf helfen könnte. Die Preise sind einfach viel zu hoch. Und es sieht nicht danach aus, dass sich das in der nahen Zukunft ändern wird. Denn, wer schon im Besitz einer Wohnung ist, hat kein Interesse daran, dass die Wohnung an Wert verliert, genauso wie die Banken, die teure Kredite and die Wohnungskäufer gegeben haben, bestimmt nicht daran interessiert sind. So kann ich nur hoffen, dass man bald in Israel Wohnungen auf eine lange Frist mieten kann, so wie es in Deutschland der Fall ist. Dafür ist ein Umdenken in Israel nötig und der Staat muss dafür sorgen, dass ausreichend Mietwohnungen auf den Markt kommen. Leider glaube ich nicht, dass das so schnell passieren wird.
Doch es gibt bereits einige Projekte, wie ein Projekt in Jerusalem, das von der staatlichen Wohn- und Mietgesellschaft geplant ist und im folgenden Video vorgestellt wird.
Das Projekt „Wohnung zu Vermieten in Allenby“, 279 Wohnungen in Häusern mit sechs StockwerkenUm einen Ansturm auf Wohnungsbauprojekte wie dieses zu vermeiden, werden vom Staat Auslosungen unter jungen Menschen, die sich zuvor dafür eingeschrieben haben, nachdem untersucht worden ist, dass sie den Kriterien entsprechen. So geht es hier zum Beispiel darum, dass es sich hier um die erste Wohnung handelt. Wer schon im Besitz einer Wohnung ist, darf natürlich nicht an der Verlosung teilnehmen. Diese Verlosungen gibt es auch für Eigentumswohnungen, die zu einem stark ermäßigten Preis angeboten werden. Von zigtausend Bewerbern bekommen dann leider nur wenige tausend Menschen des Recht, eine Wohnung billiger zu kaufen oder langfristig zu mieten. Es gibt eben noch viel zu wenig dieser Projekte. Aber es ist ein Anfang.
Und jetzt noch eine erfreuliche Meldung vom Sport: Israel ist Europameister! In was, wollen Sie sicher wissen. Wie ich gestern im Radio gehört hatte, entwickelt sich hier bei uns eine Sportart, die bisher fast nur in den USA und Canada bekannt war. Es geht um ein Spiel mit dem Namen Lacrosse. Mittlerweile gibt es in Israel die grösste Lacross-Liga außerhalb Amerikas. Und gestern ist die israelische Mannschaft Europameister im Hallen-Lacrosse, Box Lacrosse genannt, geworden. Die Europameisterschaft hat in Finnland stattgefunden. Bevor ich Ihnen lange erkläre, wie dieses Spiel gespielt wird, schauen Sie sich einfach das folgende Video des Halbfinalspiels an:
Man denkt sofort an Eishockey, wenn man das Spiel sieht. Statt Schläger gibt es einen Stock mit einem Netz. Das Spiel wird auch draußen auf dem Feld gespielt und auch dort entwickelt sich Israel zu einer Macht. Das Spiel wurde von amerikanischen Neueinwanderern nach Israel gebracht und es begeistert immer mehr junge israelische Spieler. Im nächsten Sommer wird in Netanya die Weltmeisterschaft stattfinden mit Mannschaften aus nicht weniger als 50 Ländern. Israel steht momentan auf Platz sieben der Weltrangliste. Suchen Sie einfach mal bei YouTube, dort kann man sich ganze Spiele anschauen. Ich war angenehm überrascht.
Und nun wünsche ich Ihnen und auch uns einen angenehmen und vor allem friedlichen Dienstag, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




