Guten Morgen liebe Leser!
Heute früh ist mir klar geworden, wie sehr ich den Winter und den Regen vermisse. In der Nacht hatte es sich wohl „abgekühlt“, wenn man das überhaupt so nennen darf bei Tiefstwerten von 26 Grad, aber schon auf meinem Weg zur Redaktion um kurz nach 7 Uhr morgens, war die 30 Grad-Marke erreicht. Eine extreme Hitzewelle soll heute beginnen und mindestens bis Mittwoch andauern. Ich liebe den Winter.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Es soll sehr heiß werden und schwül an der Küste. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 37 Grad, Tel Aviv 32 Grad, Haifa 32 Grad, Tiberias am See Genezareth 43 Grad, am Toten Meer 42 Grad, Eilat am Roten Meer 44 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.34 m unter dem Meeresspiegel.
Auch am Wochenende war es bei Temperaturen um 35 Grad schon sehr warm bei uns in Modiin. So haben wir die meiste Zeit in der Wohnung verbracht, die Klimaanlagen arbeiten auf vollen Touren (von der Stromrechnung möchte ich erst einmal nichts wissen). Erst am frühen Abend sind wir etwas in den Garten gegangen, wo es dann sehr angenehm war.
Am Freitag ist es in der Judäischen Wüste zu einer ökologischen Katastrophe gekommen. Gefährliche Säuren waren von einem Chemie-Werk östlich von Dimona gelegen in den Ashalim-Fluss geflossen. Eine riesige Menge an Säure näherte sich der Straße 90 am Toten Meer auf dem Weg in den Fluss und hat nun alle dort lebenden Tiere in Gefahr gebracht. Zunächst wurde sogar die Straße für kurze Zeit gesperrt, denn die Säuren sind nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen sehr gefährlich. Die Umweltschutz-Behörde bemüht sich darum, Wanderer von den betroffenen Stellen fernzuhalten. An einige Stellen hatte der Wasserfluss mit dem Gift eine Höhe von bis zu 4 Metern erreicht.
Der vergiftete Ashalim-FlussDas Ausmass der ökologischen Schäden ist noch nicht klar. Ein Vielzahl von Tieren können betroffen werden, nicht nur durch das vergiftete Wasser, sondern auch dadurch, dass die Pflanzen, die mit dem Wasser in Berührung kommen, vernichtet werden. Israel ist ein sehr kleines Land, da sind Unfälle dieser Art besonders tragisch. Die Wüste ist Heimat einer Vielzahl von Tieren, besonders im Ashalim-Wadi gibt es eine besonderes ökologisches System. Die dort wachsenden Bäume, sind die Nahrung der dort beheimateten Gazellen, sie geben Blüten, Früchte und auch Schatten. Die Vögel bauen dort ihre Nester. Die Verantwortlichen vom Chemie-Werk werden jetzt von der Umweltschutz-Behörde vernommen, auch kann es sein, dass dieser schwere Vorfall juristische Maßnahmen mit sich ziehen wird. Ich kann nur hoffen, dass sich die Natur schnell wieder erholen wird, nachdem das vergiftete Wasser abgepumpt worden ist.
Der neue Tag hat gerade erst begonnen, doch am Strand von Bat-Yam ist leider schon ein um die 70 Jahre alter Mann ertrunken. Obwohl sich an dem Strand ein Rettungsschwimmer befindet, konnte das Leben des Mannes nicht gerettet werden. An einem Strand in Tel Aviv konnte eine 86-jährige Frau gerettet werden, allerdings befindet sie sich in kritischem Zustand. Was kann ich dazu sagen, man darf das Meer nicht unterschätzen. Ich habe meine Kinder, wenn wir am Strand waren, nie alleine gelassen, sie nie aus den Augen verloren und immer wieder gesagt, dass man sich nicht zu weit vom Strand entfernen darf. Es ist schon traurig, dass es jedes Jahr immer wieder zu diesen tragischen Fällen kommt.
Die nächsten Tage werden besonders heiß sein. Im Radio wird daran erinnert, dass man niemanden in einem verschlossenen Auto lässt. Denn auch das ist leider ein Problem, was ich persönlich nicht begreifen kann. Wie kann man vergessen, sein Kind aus dem Auto zu holen? Auch gibt es Eltern, die nur mal eben schnell am Kiosk etwas kaufen wollen und ihr kleines Kind im Auto lassen. Das Auto ist gerade an diesen heißen Tagen eine Todesfalle. Ich hoffe, wir werden diese Hitzewelle gut überstehen. Man sollte viel trinken, um einen klaren Kopf zu bewahren.
Und nun noch etwas in eigener Sache. Vielleicht kennen Sie ja schon unsere neue Seite im Israel Heute Magazin mit dem Namen „Leser schreiben“. Dort sind unsere Leser eingeladen, über ihre Eindrücke einer ihrer Reisen nach Israel zu berichten. Da wir eine Vielzahl von Einsendungen empfangen, können wir nicht immer jede einzelne Einsendung beantworten. Sollte ein Bericht jedoch veröffentlicht werden, wird der Autor des Artikels natürlich von uns darüber informiert. Wenn auch Sie mal etwas für diese Seite schreiben wollen, dann senden Sie uns Ihren Bericht an [email protected] mit dem Stichwort „Leser schreiben“. Wir freuen uns darauf.
Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Sonntag, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!




