Guten Morgen liebe Leser!
So ganz habe ich mich noch nicht an den Sommer gewöhnt. Auf meinem Weg heute früh zur Redaktion kam ich ganz schön ins Schwitzen. Denn auch in der Nacht ist es relativ warm geblieben, 21 Grad zeigte das Thermometer in der Nacht bei uns zuhause. Die Klimaanlagen arbeiten jetzt immer mehr. Morgen soll es dann noch ein wenig wärmer werden, danach hat man uns eine Abkühlung versprochen, am Mittwoch könnten im Norden und an der Küste sogar noch ein paar Regentropfen fallen, das wäre nett.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.23 m unter dem Meeresspiegel.
Ein trauriges Wochenende liegt hinter uns. Gerade wollten wir am Freitagabend den Shabbat beginnen, als mich die Meldung von einem Anschlag am Damaskustor erreichte. Schon wieder am Damaskustor, dachte ich mir und machte den Fernseher an. Dann las ich, dass eine Grenzschutz-Polizistin lebensgefährlich verletzt wurde. Da musste ich sofort an Hadar Cohen denken, sie war im Februar 2016 genau an diesem Damaskustor von einem Terroristen ermordet worden, während Sie mit ihm kämpfte. Und jetzt ist es schon wieder zu einem Anschlag gekommen, wieder gegen eine junge Polizistin. Später am Abend wurde dann berichtet, dass die Grenzschutz-Polizistin ihren schweren Verletzungen erlegen war. Hadas Malka war ihr Name, sie ist 23 Jahre alt geworden. Auch sie hatte, wie Hadar damals, mit dem Terroristen gekämpft. Aber leider waren ihre Verletzungen zu schwer. Hadar und Hadas, zwei junge Mädchen, teilen sich nun das gleiche Schicksal. Wie ähnlich ihre Namen doch sind.

Es hat schon so viele Anschläge an diesem Damaskustor gegeben. Es ist das am meisten benutzte Tor in die Altstadt. Die Moslems gehen dort hindurch auf dem Weg zum Tempelberg, aber auch viele Juden benutzen das Tor, um ins Jüdische Viertel zu gelangen. Dazu kommen dann noch zahlreiche Touristen. Es gibt dort an jeder Stelle Sicherheitskameras, Polizisten des Grenzschutzes sind dort stationiert. Und dennoch kommt es dort immer wieder zu Anschlägen. Es ist sehr schwer, einen potentiellen Terroristen zu erkennen, jeder kann mit Leichtigkeit ein Messer in seiner Tasche oder in der Kleidung verstecken.

Heute früh hörte ich im Radio, dass Ministerpräsident Netanjahu über die Möglichkeit sprach, das Damaskustor in eine sterile Zone zu verwandeln. Das scheint mir unmöglich. Wie sollte das gehen, es könnte sogr zu weiteren Unruhen führen. Der Anschlag von gestern hat uns alle wieder daran erinnert, wo und in welcher Realität wir leben. Die Zahl der Anschläge ist wohl deutlich gesunken, aber die Gefahr eines weiteren Anschlags besteht nach wie vor. So wird es leider wohl immer bleiben.
Gestern Abend wurde dann noch von einem Unfall an der Grenze zum Gazastreifen berichtet. Ein Jeep der Armee hatte sich überschlagen, ein israelischer Soldat ist dabei ums Leben gekommen., der 20-jährige Yuval Maneh aus Givataim. Zwei tote Soldaten an einem Wochenende. Ich wünsche den Familien viel Kraft, mit dem Verlust ihrer Lieben umgehen zu können, das Leben geht weiter, es muss weitergehen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




