Clickbait (Klickköder) beschreibt eine Nachricht, die Leser mit Sensationsschlagzeilen anlockt.
Die Klicks sorgen für Umsatz und die Clickbait „Nachrichten“ haben wenig mit wirklichen Nachrichten zu tun und dafür viel mit dem Verdienen von Geld. Clickbait ist die digitale Version der Regenbogenpresse, die von sensationellen Schlagzeilen profitiert. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Regenbogenpresse immer eine eigene Kategorie war, während Clickbait heutzutage von praktisch allen Nachrichtenagenturen genutzt wird.
Israel ist dabei keine Ausnahme. Clickbait wird von unseren großen Nachrichtenportalen Ynet, Mako und NRG mittlerweile täglich genutzt.
Hier sind einige Beispiele israelischer digitaler Nachrichten, die Ihnen eine Idee der israelischen Clickbait Schlagzeilen geben: Haaretz: „Meir Adoni versenkt Cäsarea in Öl“, Mako: „Glassarg mit gruseligem Inhalt gefunden“, Walla Nachrichten: „Pornostar ist Fan von Bibi Netanjahu“, NRG News: „Autsch, was ist den jungen Mädchen auf der Wasserrutsche passiert?“
Eine wachsende Gemeinde von Israelis hat jedoch gelernt, Clickbait zu erkennen und hat dieses Phänomen zu einem Humor-Wettbewerb umgestaltet.
Das neueste Beispiel stammt von folgender Ynet Schlagzeile: „Fisch ohne Gesicht wurde an der Küste Australiens gefunden.“ Im Text wird ein Tiefseefisch beschrieben, der bei einer australischen Forschungsreise entdeckt wurde. Der Fisch selbst wurde jedoch 1873 entdeckt und er hat sogar ein Gesicht, jedoch kein normales. „Er hat weder erkennbare Augen, noch eine Nase oder Mund,“ hieß es auf Ynet. „Diese befinden sich auf der Unterseite.“ Diese Nachricht ist im Grunde absolut wertlos, abgesehen von den Klicks, die sie generiert.
Die Nachricht erhielt einige wohlverdiente Kommentare. Hier sind einige Beispiele: „Ist dieser Fisch koscher?“, „Wie kann dieser Fisch vom Kopf her stinken?“, „Er sieht aus wie ein Wähler der Meretz Partei (extrem links).“, „Warum habt ihr Idioten den Fisch getötet?“, „Das ist wahrscheinlich ein Trümmerteil des vermissten malaysischen Flugzeugs.“
Einige der Kommentare dieser Clickbait „Nachrichten“ sind so lustig, dass Leser mittlerweile nach ihnen suchen und damit genau das tun, was sich die Autoren wünschen. Trotz allem ist Clickbait für gelangweilte Angestellte und Studenten zu einer guten Spaßquelle geworden.




