Uri Ariel, Israels Agrarminister, hat in einem Schreiben an den Minister für Umweltschutz Avi Gabai vorgeschlagen, Israels streunende Katzen ins Ausland zu deportieren. Angeblich leben im Heiligen Land rund zwei Millionen wilde Katzen. Der Brief gelangte an die Öffentlichkeit und löste einen Skandal aus. Ariel argumentierte biblisch: Mit einer Ausweisung ins Ausland könne das biblische Gebot „seid fruchtbar und mehret euch“ beachtet werden, anstatt die Katzen – wie bisher – zu sterilisieren oder zu kastrieren. Denn eine Kastration verstoßt gegen das jüdische Religionsgesetz.
„Du sollst auch dem Herrn kein Tier zum Opfer bringen, dem die Hoden zerdrückt oder zerschlagen oder zerrissen oder ausgeschnitten sind. So etwas sollt ihr in eurem Lande an Tieren nicht tun“, heißt es im 3. Buch Mose (Leviticus), Kapitel 22, Vers 24.
Es war vorhersehbar, dass Katzenliebhaber gegen Ariels Vorschlag Sturm laufen würden. Oppositionspolitiker und Tierschützer kritisierten seine Empfehlung. Die Reaktionen reichten von Spott bis Empörung. Es gab sogar einige Morddrohungen gegen den Minister. Er bekam deshalb Polizeischutz.Die Chefin der linken Meretz-Partei, Zehava Galon, schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Wenn der für Tierschutzrechte zuständige Minister etwas vorschlägt, das gegen jede Moral verstößt, ist es an der Zeit ein Land zu suchen, das ihn aufnehmen will.“
Eine deutliche Reaktion kam auch von der israelischen Schauspielerin und Komikerin Orna Banai. Sie ist bekennende Tierschützerin und sagte dem israelischen Nachrichtenportal Ynetnews:„Es ist einfach nur absurd, wenn der Minister, der die Tiere vor Grausamkeit schützen soll, genau das Gegenteil macht. Vielleicht sollte ein dritter Tempel nur für Katzen gebaut werden… Kastration ist wichtig, nur so können die Geburten kontrolliert werden.“
Mittlerweile hat Uri Ariel seine ursprüngliche Empfehlung modifiziert: Israels Behörden sollten lediglich damit aufhören, Straßenkatzen zu sterilisieren und Kater zu kastrieren. Das Geld solle stattdessen für Forschungszwecke eingesetzt werden. Die israelische Regierung gibt jährlich rund eine Million Euro für die Sterilisation und Kastration von Katzen aus.




