„So wie die weiße Meerzwiebel den Herbst in Israel ankündigt, so kündigen die Raketen aus dem Gazastreifen den Sommer an“, sagte eine Schülerin aus Aschkelon der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot. Gestern (Samstag) Abend um 21:30 Uhr, während die meisten vor dem Fernseher saßen und das Fußballspiel Barcelona gegen Juventus Turin in Berlin verfolgten, wurde erneut eine Rakete aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen, die achte seit der Feuerpause vor zehn Monaten.
Im ersten Jahr nach der Operation Gegossenes Blei im Jahr 2009 wurden gemäß Angaben des israelischen Armeesprechers 140 Raketen trotz Waffenstillstand aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Im ersten Jahr nach der zweiten Operation Wolkensäule im Jahr 2012 wurden 63 Raketen auf Israel gezählt.
Wiederholt haben die Sirenen im Süden geheult und Menschen rannten in ihre Schutzräume. Um Mitternacht hat die israelische Luftwaffe auf den Raketenbeschuss aus dem Nordbezirk des Gazastreifens reagiert. Aus israelischen und palästinensischen Medien geht hervor, dass die radikalen Salafisten im Gazastreifen auf Israel Raketen abschießen, um damit das herrschende Hamas-Regime in einen neuen Krieg mit Israel zu ziehen.
Im Gazastreifen werden die Salafisten von der Hamas verfolgt, da sie nicht die gleiche Ideologie wie die Hamas verfolgen, sondern eher mit den Salafisten in Ägypten und den Dschihadisten des Islamischen Staates kooperieren. Mit den Raketen rächen sich die Salafisten an der Hamas. Das funktioniert, weil Israels Regierung grundsätzlich die Hamas für Beschuss zur Verantwortung zieht. Aus palästinensischen Quellen geht hervor, wie sehr die Hamas die Salafisten hasst.
In den israelischen Medien wird nun debattiert, inwiefern eine Splittergruppe wie die Salafisten Israel und die Hamas erneut in einen Krieg ziehen können. Auch wenn Israel kontrolliert gegen die Raketenangriffe im Gazastreifen vorhergeht, weiß man aus Erfahrungen, dass interner Streit zwischen islamischen Terrorgruppen Israel in einen Krieg ziehen kann.
Mittlerweile befürchten 82% der israelischen Bevölkerung einen neuen Krieg mit den Hamasterroristen im Gazastreifen. Dies ergab eine jüngste Meinungsumfrage der IDC-Universität in Herzliya, die heute veröffentlicht wurde. Auch das Raketenabwehrsystem Iron Dome wurde schon vorsichtshalber in den Süden verlegt.




