In Jerusalem hat ein Streit um ein im Juli eröffnetes Café heftige Proteste ausgelöst. Die Betreiber des Café Basimta in der Agrippas Straße behielten sich das Recht vor, ihren Kunden auch am Schabbat Kaffee zu servieren. Dies bescherte ihnen wochenlang – am Schabbat – massive Demonstrationen seitens ultra-orthodoxer Mitbürger. Tische wurden umgeworfen, es wurde laut gegen die Scheiben gehämmert, Barrikaden errichtet, Müll abgeladen.
Warum hatten die Haredim es gerade auf dieses Café abgesehen? Immerhin sind laut Stadträtin Laura Wharton fast 100 Lokale in Jerusalem ebenfalls am jüdischen Ruhetag geöffnet. Es war wohl die unmittelbare Nähe zu den religiösen Stadtvierteln. Gewisse Jerusalemer Gegenden sind so geschlossen ultra-religiös geprägt, dass Bewohner am Schabbat ganze Straßen in ihren Vierteln sperren. Die Agrippas Straße befindet sich in Reichweite.
Dem Jerusalem Institute for Policy Research zufolge sind landesweit 44 Prozent der israelischen Juden säkular. Die ultra-religiösen Haredim machen 16 Prozent aus. In Jerusalem ist es jedoch anders: Hier haben die Haredim einen Anteil von 46 Prozent der jüdischen Einwohner, 25 Prozent...
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