Naher Osten

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Terrorverdacht nach dramatischem Zwischenfall auf Flydubai-Flug nach Israel

Eine Flydubai-Maschine auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv verlor innerhalb weniger Sekunden mehr als 14.000 Fuß an Höhe und sendete einen Entführungscode. Israelische Sicherheitsbehörden prüfen den Verdacht, dass der omanische Co-Pilot versucht haben könnte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Flydubai
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai am internationalen Ben-Gurion-Flughafen, 25. Februar 2026. Foto: Yossi Aloni/Flash90

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv ist am Mittwochmorgen nach einem dramatischen Zwischenfall im Cockpit nach Saudi-Arabien umgeleitet worden. Die Maschine mit 174 Passagieren, darunter 27 Kinder, landete schließlich sicher auf dem Flughafen von Tabuk. In Israel wird inzwischen der Verdacht untersucht, dass es sich bei dem Vorfall um einen versuchten Terroranschlag gehandelt haben könnte.

Nach einer Lagebeurteilung von IDF, Shin Bet und Mossad gehen hochrangige Vertreter des israelischen Sicherheitsapparats laut Ynet inzwischen der Möglichkeit nach, dass der aus Oman stammende Co-Pilot versucht haben könnte, die Maschine zum Absturz zu bringen. Der Pilot aus den Vereinigten Arabischen Emiraten soll sich ihm widersetzt und mit Unterstützung der Besatzung sowie mehrerer Passagiere die Kontrolle über das Flugzeug zurückgewonnen haben. Nach Angaben eines israelischen Vertreters half auch ein verdeckter Sicherheitsmann bei der Überwältigung des Verdächtigen. Israelische Stellen sind dem Bericht zufolge an den Untersuchungen in Saudi-Arabien beteiligt. Diese Darstellung ist bislang jedoch nicht abschließend bestätigt.

Andere internationale Quellen beschreiben den Vorfall bislang zurückhaltender. Reuters berichtete unter Berufung auf einen israelischen Beamten von einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Piloten. Auch Associated Press meldete unter Berufung auf mit dem Vorfall vertraute Beamte einen Kampf im Cockpit; ein Motiv sei zunächst nicht bekannt gewesen.

Der Flug FZ1073 war am Morgen in Dubai gestartet und sollte gegen 9:30 Uhr auf dem Ben-Gurion-Flughafen landen. Während sich die Boeing 737 über der Region befand, kam es plötzlich zu extremen Veränderungen der Flughöhe. Nach den von Flightradar24 aufgezeichneten Daten verlor das Flugzeug innerhalb von weniger als 30 Sekunden mehr als 14.000 Fuß – über 4.200 Meter – an Höhe.

Um 8:31 Uhr israelischer Zeit sendete die Maschine zunächst den Transpondercode 7700, der einen allgemeinen Luftfahrtnotfall signalisiert. Wenige Minuten später, gegen 8:38 Uhr, wurde Code 7500 aktiviert. Dieser steht international für einen unrechtmäßigen Eingriff in einen Flug und wird insbesondere im Fall einer möglichen Entführung verwendet. Flightradar24 bestätigte die Abfolge 7700, 7500 und anschließend erneut 7700.

In Israel löste das Signal umgehend einen Sicherheitsalarm aus. Zwei Kampfjets der israelischen Luftwaffe wurden in die Luft geschickt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz beriefen eine dringende Sicherheitsberatung ein; auch IDF-Generalstabschef Eyal Zamir und weitere hochrangige Militärvertreter waren mit der Lage befasst.

Eine Passagierin schilderte gegenüber i24NEWS dramatische Szenen an Bord. Man habe zunächst Schreie gehört. Als sich später die Cockpittür geöffnet habe, sei dort viel Blut zu sehen gewesen. Nach ihrer Darstellung war ein Pilot mit einem Messer verletzt worden. Ein Arzt und eine Krankenschwester an Bord hätten Erste Hilfe geleistet, während Passagiere gemeinsam mit Mitgliedern der Besatzung dabei geholfen hätten, den mutmaßlichen Angreifer unter Kontrolle zu bringen. Auch Reuters berichtet über Zeugenaussagen zu einem Messer und einem verletzten Piloten.


Währenddessen hatte die Maschine ihren Kurs geändert und flog zurück in den saudischen Luftraum. Gegen 9:35 Uhr wurde in Israel gemeldet, dass das Flugzeug auf dem Weg zur Landung in Saudi-Arabien sei. Zehn Minuten später landete es sicher in Tabuk.

Flydubai bestätigte offiziell lediglich einen „Zwischenfall während des Fluges“. Die Maschine sei sicher in Tabuk gelandet, alle Passagiere seien wohlauf und würden betreut. Die Fluggesellschaft arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen und werde weitere Informationen veröffentlichen, sobald bestätigte Einzelheiten vorlägen. Zur Ursache des Zwischenfalls oder zu einem möglichen terroristischen Motiv äußerte sich die Fluggesellschaft zunächst nicht.

Das Büro des Ministerpräsidenten erklärte, die Situation sei unter Kontrolle und alle notwendigen Maßnahmen würden ergriffen, um die israelischen Passagiere sicher nach Hause zu bringen. Zunächst hatte Flydubai angeboten, ein Ersatzflugzeug aus Dubai nach Saudi-Arabien zu schicken. Später wiesen Netanjahu und Katz nach Angaben von Ynet die IDF an, Militärflugzeuge zur Rückholung der Passagiere bereitzustellen.

Ob tatsächlich ein gezielter Versuch unternommen wurde, das Flugzeug zum Absturz zu bringen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Einschätzung eines möglichen Terroranschlags stützt sich derzeit auf israelische Sicherheitskreise; eine abschließende Darstellung der saudischen Behörden oder von Flydubai liegt bislang nicht vor.

Update, 30. September, 13:50 Uhr:  Inzwischen liegen weitere Einzelheiten zu dem Zwischenfall vor. Reuters und Associated Press bestätigen unter Berufung auf israelische beziehungsweise mit dem Vorfall vertraute Beamte eine gewaltsame Auseinandersetzung im Cockpit. Nach der weitergehenden Darstellung israelischer Sicherheitskreise, über die Ynet berichtet, steht der omanische Co-Pilot im Verdacht, versucht zu haben, die Maschine zum Absturz zu bringen. Der Pilot aus den Vereinigten Arabischen Emiraten soll sich ihm widersetzt haben. Passagiere und Besatzungsmitglieder halfen demnach dabei, den mutmaßlichen Angreifer zu überwältigen.


Flydubai selbst hat einen Zwischenfall und die sichere Landung in Tabuk bestätigt, sich bislang jedoch weder zu einem möglichen terroristischen Motiv noch zu den Einzelheiten der Auseinandersetzung geäußert. Die genauen Hintergründe werden weiterhin untersucht.

 

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Patrick Callahan

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