Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird heute Abend um 21 Uhr israelischer Zeit vor der UN-Generalversammlung in New York sprechen. Parallel zu seinem Auftritt hat Israel eine groß angelegte Informationskampagne im Herzen Manhattans gestartet, die eine klare Frage stellt:
„Auf wessen Seite steht ihr – auf der Seite Israels und der USA oder auf der Seite Irans und der Hamas?“
Die vom Nationalen Direktorat für öffentliche Diplomatie im Büro des Ministerpräsidenten initiierte Kampagne läuft vom 23. bis 25. September und konzentriert sich insbesondere auf das Gebiet rund um das UN-Hauptquartier. Mehr als 500 Plakatflächen in New York wurden dafür gebucht. Hinzu kommen speziell angemietete Lastwagen mit digitalen Bildschirmen, die während der UN-Generalversammlung durch Manhattan fahren, sowie eine umfangreiche digitale Kampagne.
Video: National Public Diplomacy Directorate
Auch auf dem Times Square und entlang wichtiger Straßen und Alleen Manhattans sind die israelischen Botschaften zu sehen. Im Mittelpunkt steht die Bedrohung, die nach israelischer Auffassung vom iranischen Regime für die freie Welt ausgeht, sowie die strategische Zusammenarbeit zwischen Israel und den Vereinigten Staaten im Kampf gegen Iran und seine Verbündeten.
Eine der zentralen Botschaften lautet: „Freedom doesn’t defend itself“ – „Freiheit verteidigt sich nicht von selbst“. Damit verweist die Kampagne auf die langjährige strategische Zusammenarbeit zwischen Israel und den USA und stellt insbesondere die Bedrohung durch das Regime der Ayatollahs in Teheran heraus.

Ein weiterer Teil der Kampagne beschäftigt sich mit der iranischen Nuklearbedrohung und richtet sich unmittelbar an die Vereinten Nationen. Dabei wird mit dem englischen Kürzel „UN“ gespielt und mit Begriffen wie „UNsafe“ und „UNacceptable“ gearbeitet.

Besonders gezielt ist eine weitere Botschaft an die Mitglieder der iranischen Delegation bei der UN-Generalversammlung gerichtet. Rund um das Hotel, in dem Mitglieder der Delegation untergebracht sind, soll auf den Gegensatz zwischen der wirtschaftlichen Not vieler iranischer Bürger und dem privilegierten Leben der Vertreter des Regimes aufmerksam gemacht werden.

Auch die während der UN-Generalversammlung erwarteten antiisraelischen Demonstrationen werden aufgegriffen. Unter der Überschrift „Choose a Side“ – „Entscheidet euch für eine Seite“ – stellt die Kampagne Israel und die Vereinigten Staaten, die für Freiheit und Leben stehen sollen, Iran, Hamas und Hisbollah gegenüber, die als Vertreter von Terror, Tod und Tyrannei dargestellt werden.

Die Leiterin des Nationalen Direktorats für öffentliche Diplomatie, Tzipi Hotovely, erklärte, Millionen Menschen dürften mit der Kampagne und ihren Botschaften in Berührung kommen. Angesichts der Aufwiegelung und antiisraelischen Botschaften, die von Israels Gegnern verbreitet würden, biete die UN-Generalversammlung eine Gelegenheit, auf die aus israelischer Sicht bestehende Heuchelei und den Zynismus gegenüber Israel in den Korridoren der Vereinten Nationen aufmerksam zu machen.
Zugleich gehe es darum, die gemeinsame Botschaft Israels und der Vereinigten Staaten im anhaltenden Kampf gegen Iran und dessen Verbündete hervorzuheben, die, so Hotovely, mit ihrem Terrorismus die gesamte freie Welt bedrohten.
Netanjahus Aufenthalt in New York beschränkt sich unterdessen nicht auf seine Rede vor der UN-Generalversammlung. Nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten sind während des Besuchs zahlreiche diplomatische Gespräche vorgesehen.

Netanjahu wird mit den Präsidenten von Argentinien, Bolivien, Paraguay, Panama und Äthiopien sowie mit dem Vizepräsidenten Kolumbiens zusammentreffen. Außerdem sind Gespräche mit den Ministerpräsidenten Griechenlands, Sloweniens und Papua-Neuguineas geplant.
Nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten hatten zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs um ein Treffen mit Netanjahu gebeten. Wegen seines engen Zeitplans und der Notwendigkeit, noch vor Beginn des Sukkotfestes nach Israel zurückzukehren, könne der Ministerpräsident jedoch nur einen Teil dieser Anfragen berücksichtigen.
Damit findet Netanjahus diesjähriger Auftritt vor den Vereinten Nationen nicht nur im Sitzungssaal der Generalversammlung statt. Während der israelische Ministerpräsident seine Botschaft an die internationale Gemeinschaft richtet, versucht Israel gleichzeitig, sie auf den Straßen Manhattans einem Millionenpublikum zu vermitteln.



