Als ich „Hier komme ich“ vor vielen Jahren zum ersten Mal hörte, hatte ich das Gefühl, jemand hätte mein eigenes Leben vertont. Es ist weit mehr als ein Lied über zwei Städte. Es erzählt von der Spannung, die viele Jerusalemer in sich tragen, zwischen der Schwere Jerusalems und der Leichtigkeit Tel Avivs, zwischen Heiligkeit und Alltag, Geschichte und Gegenwart, Glauben und Freiheit. Wer Jerusalem nur als Tourist kennt, wird diese Spannung kaum verstehen. Wer hier lebt, trägt sie jeden Tag in sich. Vielleicht erzählt dieses Lied deshalb nicht nur meine Geschichte, sondern auch etwas über die Seele Israels. Jerusalem fordert. Tel Aviv verführt.
Wer in Jerusalem aufgewachsen ist, kennt diese Spannung. Jerusalem ist nicht einfach eine heilige Stadt. Jerusalem fordert dich heraus, die Stadt macht uns oft müde. Hier ist fast nichts neutral. Religion, Politik, Geschichte, Identität, alles liegt offen auf der Straße. Juden und Araber, Religiöse und Säkulare, Einheimische und Neueinwanderer, Ost und West begegnen sich auf engstem Raum. Jerusalem ist eine Stadt, die extremen Menschen gehört, oder besser...
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