Die UNESCO hat plötzlich die Beaufort-Burg entdeckt.
Es wird erwartet, dass die Kulturorganisation der Vereinten Nationen Schritte unternimmt, um die 900 Jahre alte Kreuzritterfestung im Südlibanon zusammen mit anderen Stätten in der Region als gefährdetes Kulturerbe auf die Liste zu setzen. Offiziell geht es dabei um den Schutz vor Krieg.
Israels Reaktion fiel weniger wohlwollend aus.
Jerusalem warf der UNESCO vor, das Kulturerbe zu einer weiteren politischen Waffe zu machen, und erklärte, die Organisation habe weitgehend geschwiegen, während sich die Hisbollah in und um die historische Stätte festgesetzt habe, und sei dann empört gewesen, als Israel gegen die dortige terroristische Infrastruktur vorging.
Die Burg Beaufort ist nicht nur eine malerische Ruine. Hochgelegen im Südlibanon, nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, hat sie seit langem strategischen Wert. Die Hisbollah verwandelte das Festungsgelände in eine militärische Stellung, einschließlich eines unterirdischen Tunnelnetzes. Israelische Streitkräfte eroberten das Gelände im Mai während des jüngsten Krieges mit der vom Iran unterstützten Terrorgruppe.
Das Außenministerium erklärte, die Hisbollah habe die Festung jahrelang „bewaffnet und entweiht“. Dass die UNESCO dies nicht in den Fokus rückte, während sie israelische Verteidigungsoperationen genau unter die Lupe nahm, sei ein moralisches Versagen, das als Denkmalschutz getarnt sei, argumentierte Israel.
UNESCO stayed silent as Hezbollah turned the Beaufort Castle in Lebanon into a military terror stronghold.
Beneath this historic site, Hezbollah built a vast terror tunnel network and launched hundreds of rockets at Israeli civilians.
An organization that excuses the… pic.twitter.com/UU58TCunkl
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) July 21, 2026
Das ist die altbekannte Choreografie der UNO. Terrorgruppen verwandeln zivile, religiöse oder historische Stätten in militärische Einrichtungen. Israel reagiert darauf. Dann treten internationale Institutionen auf den Plan, um um die Steine zu trauern – oft mit weitaus größerer Leidenschaft, als sie an den Tag legten, als diese Steine ursprünglich militarisiert wurden.
Die eigenen Regeln der UNESCO sollen Kulturstätten nicht nur vor Angriffen schützen, sondern auch davor, für militärische Zwecke genutzt zu werden. Doch anstatt diesen Standard durchzusetzen, lässt die UNESCO, wie so viele andere internationale Gremien auch, allzu oft zu, dass sich Gruppen wie die Hisbollah in geschützten Stätten einnisten und diese als Schutzschilde nutzen.
Israel trat 2018 aus der UNESCO aus, nachdem es jahrelang unter einer antiisraelischen Voreingenommenheit gelitten hatte, einschließlich Resolutionen, die die jüdischen Verbindungen zu den heiligsten Stätten Jerusalems herunterspielten. Auch die Vereinigten Staaten haben sich wiederholt aus der Organisation zurückgezogen und zuletzt ideologische Fehlentwicklungen und antiisraelische Vorurteile als Grund angeführt.
Der Libanon seinerseits weist die israelischen Behauptungen zurück, die Hisbollah habe das Burgareal militärisch genutzt, und hat die UNESCO aufgefordert, einzugreifen.
Doch die größere Frage bleibt: Wo war diese Dringlichkeit, als die Hisbollah im Südlibanon ihre Kriegsmaschinerie aufbaute?
Wenn die UNESCO das Kulturerbe schützen will, sollte sie damit beginnen, diejenigen zu verurteilen, die Raketen, Tunnel und Terror-Kommandoposten dahinter verstecken. Andernfalls wird die Burg Beaufort nicht als historisches Erbe verteidigt. Sie wird in dieselbe alte Kampagne gegen Israel hineingezogen.




