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Trumps Unterstützung für Israel ist von unschätzbarem Wert – doch Israel ist niemandem untergeordnet

Die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten drohen, aus einer strategischen Allianz eine Wahlkampfbelastung für Netanjahu zu machen.

US-Präsident Donald Trump empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 7. April 2025 im Weißen Haus in Washington, D.C.. Foto: Liri Agami/Flash90

US-Präsident Donald Trump erklärte, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu könne ihn nach dem NATO-Gipfel in der Türkei im Weißen Haus besuchen. Er beschrieb ihre Beziehung als eng und fügte hinzu, Netanjahu „wisse, wer der Chef ist“.

Das erwartete Treffen ist positiv. Trump genießt in Israel weiterhin große Wertschätzung für seine Unterstützung des jüdischen Staates, seine Bereitschaft, dem Iran entgegenzutreten, und seine Erkenntnis, dass Israels Sicherheit nicht internationalen Zusicherungen allein anvertraut werden kann.

Doch die Bemerkung über den „Chef“ war unnötig herablassend.

Israel ist ein Verbündeter Amerikas und kein Vasallenstaat. Sein Ministerpräsident wird von den Israelis gewählt und ist in erster Linie den Bürgern verantwortlich, die ihre Söhne und Töchter in den Krieg schicken. Die Freundschaft mit Washington ist von entscheidender strategischer Bedeutung, darf jedoch nicht als Gehorsam gegenüber Washington dargestellt werden.

Diese Unterscheidung gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da sich Israel einer nationalen Wahl nähert. Netanjahu hat seine Beziehung zu Trump seit Langem als einen seiner größten außenpolitischen Vorzüge dargestellt. Seine Gegner hingegen zeichnen zunehmend das Bild, der Ministerpräsident habe Israel von dem amerikanischen Präsidenten abhängig gemacht und ihm politisch untergeordnet.

Trumps Bemerkung, die er in einem kurzen Interview mit Axios machte, liefert ihnen dafür nützliches Material.

Israelische Wähler mögen Trump bewundern und dennoch die Vorstellung zurückweisen, ihr Land brauche einen externen „Chef“. Netanjahus Herausforderung besteht darin, die Vorteile der außergewöhnlich engen Beziehungen zu den USA zu bewahren, ohne den Eindruck zu erwecken, Israels strategische Unabhängigkeit aufzugeben. Und dies, ohne den für seine Unberechenbarkeit bekannten Trump zu verärgern.

Doch auch Trump selbst sollte dieser Frage mehr Aufmerksamkeit schenken. Netanjahu im Wahlkampf zu schwächen – oder seinen Gegnern dabei zu helfen, ihn als Washingtons Untergebenen darzustellen – dürfte kaum den regionalen Zielen des Präsidenten dienen.

Das Bündnis zwischen den USA und Israel ist dann am stärksten, wenn es auf gegenseitigem Respekt beruht: zwei souveräne Staaten, die gemeinsamen Feinden entgegentreten und gemeinsame Interessen verteidigen.

Israel braucht einen starken Freund in Washington. Einen Aufseher braucht es nicht.

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Patrick Callahan

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