Während die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem Iran auf der Zielgeraden sind, hat Israel am Mittwoch seinen ersten Angriff auf Beirut seit dem 6. Mai durchgeführt – und damit eine von Washington gesetzte rote Linie überquert. Das Ziel: Ali al-Husni, Kommandeur der Raketentruppe der Imam-Hussein-Division – einer iranischen Einheit, die eng mit der Hisbollah kooperiert.
Beirut-Angriff trotz US-Warnung – Hisbollah-Kommandeur getötet
Israel führte am Mittwochabend seinen ersten Luftangriff auf Beirut seit fast drei Wochen durch – nachdem es auf ausdrückliche Bitte Trumps von Angriffen auf die libanesische Hauptstadt abgesehen hatte. Das Ziel war Ali al-Husni, Kommandeur der Raketentruppe der Imam-Hussein-Division, einer iranischen Miliz, die eng mit der Hisbollah zusammenarbeitet.
Gleichzeitig bestätigte die IDF die Tötung zweier weiterer prominenter Hisbollah-Kommandeure: Muhammad Ali Bazi, Geheimdienstchef der regionalen Nasr-Division der Hisbollah, sowie Hussein Hassan Romani, Leiter der Luftabwehr der Terrororganisation. „Diese Kommandeure arbeiteten daran, Terroranschläge gegen IDF-Truppen und israelische Bürger voranzutreiben und durchzuführen“, erklärte das Militär.
Seit Beginn des Waffenstillstands im Libanon am 16. April hat die IDF nach eigenen Angaben mehr als 220 Hisbollah-Operative getötet, die eine Bedrohung für Truppen und israelische Zivilisten darstellten.
ניסיון החיסול בביירות | היעד: עלי אלחיסני – אחראי הטילאות בדיוויזית האימאם חוסיין
📸: רשתות ערביות pic.twitter.com/VMbfbCXTc0
— C14 (@C14_news) May 28, 2026
Hisbollah rüstet sich für Vergeltung – IDF verbietet Nordveranstaltungen
Trotz der Bestätigung der Tötung des Radwan-Kommandeurs Ahmad Ghaleb Balout – des höchstrangigen Hisbollah-Offiziellen, den Israel seit November 2025 eliminiert hat – hatte die Hisbollah bis Redaktionsschluss nicht forciert reagiert. Dennoch zog die IDF die Konsequenzen: Am frühen Donnerstagabend verbot die IDF Veranstaltungen in den Nordgrenzgemeinden, da man befürchtete, die Hisbollah könnte ihre Angriffe als Reaktion auf die Tötung eskalieren.
Der Angriff auf Beirut ist politisch brisant: Washington hatte Israel ausdrücklich aufgefordert, keine Gebäude in Beirut zum Einsturz zu bringen, solange die US-Iran-Verhandlungen laufen. Dass Jerusalem diese Warnung nun ignoriert hat, zeigt: Israel lässt sich von einem möglichen Friedensdeal nicht davon abhalten, gegen iranische Infrastruktur im Libanon vorzugehen – erst recht nicht, wenn diese Infrastruktur aktiv israelische Soldaten bedroht.




