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Mehrere Städte in Israel öffnen Schutzräume – Waffenruhe mit Iran wankt

Bürgermeister in Ashdod, Rischon LeZion und Haifa erhöhen die Alarmbereitschaft, während Teheran erstmals seit dem Waffenstillstand wieder angreift.

Menschen sitzen vor einem öffentlichen Schutzraum in Haifa, 10. März 2026. Foto: Yossi Aloni/Flash90.

Israelische Kommunen bereiten sich auf eine mögliche Eskalation mit dem Iran vor: Mehrere Städte haben ihre öffentlichen Schutzräume geöffnet und überprüft – aus Sorge, der seit dem vergangenen Monat geltende Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran könnte zerbrechen.

Ashdod und Rischon LeZion in erhöhter Alarmbereitschaft

Die südisraelische Stadt Ashdod öffnete bereits am Montagabend ihre öffentlichen Schutzräume. Bürgermeister Yehiel Lasri, dessen Stadt rund 230.000 Einwohner zählt, erklärte am Dienstagmorgen, er habe angeordnet, „die Alarmbereitschaft zu erhöhen und die Vorbereitung in allen städtischen Systemen zu verstärken“. Das Notfalllagezentrum sei besetzt und die städtische Hotline verstärkt worden.

In Rischon LeZion, einer Stadt im Großraum Tel Aviv mit rund 260.000 Einwohnern, wurden am Dienstagmorgen alle Schutzräume inspiziert. Bürgermeister Raz Kinstlich sagte gegenüber dem israelischen Nachrichtenportal Ynet: „Es gibt keine Änderung der Politik, aber wir sind in voller Alarmbereitschaft. Wir sind es gewohnt, von null auf hundert zu gehen – schneller als ein Tesla.“ Er wies darauf hin, dass rund 50.000 Stadtbewohner über keinen eigenen Schutzraum verfügen – weshalb die Stadt Bildungseinrichtungen öffne, in deren Gebäudeschutzräumen Bürger auch übernachten könnten.

Auch in Haifa bleibt die Lage angespannt, auch wenn der Alltag bislang weitergeht. Haifas Bürgermeister Yona Yahav erklärte gegenüber Ynet, das Leben in der Stadt verlaufe weiterhin normal. „Die Bürger haben eine eiserne Disziplin. Ich vertraue den Terrororganisationen nicht und bereite mich auf jede Überraschung vor“, sagte Yahav. Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an der Regierung: „Sie kommen nicht hierher und rufen mich nicht an, obwohl ich einer der erfahrensten Politiker des Landes bin. Ich bin bitter wütend darüber.“ Zudem fehlen 35 % der Bevölkerung Haifas eigene Schutzräume.

Hintergrund: Eskalation in der Straße von Hormus

Die Eskalation wurde durch eine US-geführte Militäroperation ausgelöst, mit der Präsident Donald Trump die freie Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus sicherstellen will. Als Reaktion griff der Iran Militär- und Handelsschiffe mit Raketen, Drohnen und Schnellbooten an. Medienberichten zufolge feuerte Teheran erstmals seit Inkrafttreten des Waffenstillstands auch auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman – dabei wurden drei Menschen leicht verletzt.

Das US-Militär versenkte zudem mehrere Boote der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) in der Straße von Hormus, nachdem ein südkoreanisches Frachtschiff unter iranischen Beschuss geraten war.

Vor diesem Hintergrund hielt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag Sicherheitsgespräche auf höchster Ebene ab, um sich auf einen möglichen Zusammenbruch des Waffenstillstands vorzubereiten. Ein namentlich nicht genannter israelischer Sicherheitsbeamter sagte gegenüber dem Sender Kanal 12: „Bis jetzt lag der Ball bei Trump – jetzt liegt er beim Iran. Wenn sie beschließen, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu kämpfen, bedeutet das eine Rückkehr zu den Feindseligkeiten.“

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Patrick Callahan

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