(JNS) Der Militärgeneralstaatsanwalt der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Generalmajor Itai Ofir, gab am Donnerstag bekannt, dass die Anklagen im Fall Sde Teiman fallengelassen werden.
„Angesichts der bedeutenden Entwicklungen, die seit der Einreichung der Anklage im Fall ‚Sde Teiman‘ eingetreten sind, hat der militärische Chefankläger entschieden, heute die Aufhebung der Anklage gegen die fünf Angeklagten in dieser Akte anzuordnen“, teilte die IDF auf X mit.
Die fünf IDF-Reservisten waren am 19. Februar 2025 angeklagt worden. Ursprünglich waren neun Soldaten festgenommen worden. Sie dienten in „Force 100“, einer Einheit der Militärpolizei, die für Hochrisiko-Sicherheitsgefangene zuständig ist. Im Juli waren sie im Zusammenhang mit einem Fall festgehalten worden, bei dem es um den mutmaßlichen Missbrauch eines Gazaner Häftlings in der Militärhaftanstalt Sde Teiman im Süden Israels ging.
Am 4. November 2025 übernahm Ofir das Amt des Militärgeneralstaatsanwalts, nachdem Generalmajor Yifat Tomer-Yerushalmi wegen ihrer Rolle bei der Weitergabe eines Videos im Zusammenhang mit der Affäre entlassen worden war.
Dieses Video, das im August durchgestochen wurde, galt als das brisanteste Beweismittel und sollte angeblich den Vorfall zeigen. Tatsächlich zeigte das Material jedoch kaum etwas Eindeutiges. Ein medizinisches Gutachten kam zu dem Schluss, dass die Hinweise auf eine selbst zugefügte Verletzung hindeuteten.
Tomer-Yerushalmi erklärte damals, sie habe mit der Veröffentlichung „falsche Propaganda gegen die militärischen Strafverfolgungsbehörden abwehren“ wollen. Hintergrund waren scharfe Vorwürfe rechter Abgeordneter gegen ihr Büro im Zusammenhang mit dem Fall.
Gegen sie wird inzwischen selbst strafrechtlich ermittelt.
Siehe: Die erste Ziegelstein der „Deep State“-Mauer Israels ist gefallen
In der Mitteilung vom Donnerstag wurde ihr Verhalten ausdrücklich als einer der Gründe genannt, weshalb das Verfahren eingestellt wurde. Erwähnt wurden zudem „das Verhalten hochrangiger Persönlichkeiten der Militärstaatsanwaltschaft und des militärischen Rechtssystems in dieser Angelegenheit sowie deren außergewöhnliche und beispiellose Umstände“.
Ein weiterer Faktor war, dass das mutmaßliche Opfer nicht mehr befragt werden kann. Der Mann war im Oktober in den Gazastreifen entlassen worden – offenbar ohne, dass zuvor eine Zeugenaussage von ihm aufgenommen wurde.
Der Vorfall in Sde Teiman erregte weltweit Aufmerksamkeit und wurde von antiisraelischen NGOs, UN-Vertretern und der Terrororganisation Hamas als Beleg für angeblichen Missbrauch palästinensischer Gefangener durch Israel aufgegriffen.
Siehe dazu:
Kurz nachdem Tomer-Yerushalmi ihre Rolle bei dem Leak eingeräumt hatte, sprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von „vielleicht dem schwersten PR-Angriff, den der Staat Israel seit seiner Gründung erlebt hat“.
Netanjahu sagte, der Imageschaden für Israel infolge des Leaks sei stärker gewesen als jede frühere Kampagne gegen die internationale Legitimität des Landes, an die er sich erinnern könne.
„Das erfordert eine unabhängige und unparteiische Untersuchung, und ich erwarte, dass eine solche Untersuchung stattfindet“, erklärte der Ministerpräsident.
Der Minister für Diaspora-Angelegenheiten Amichai Chikli erklärte nach der Entscheidung vom Donnerstag, die Affäre Sde Teiman habe „dem Staat Israel einen beispiellosen Schaden in der Weltöffentlichkeit zugefügt“, wie ein umfassender Bericht seines Ministeriums gezeigt habe.
„Während zuvor klar war, dass Gräueltaten und Vergewaltigungen zum Vorgehen der Hamas-Mörder gehörten, wurde nach dieser falschen Verleumdung in den führenden Medien der Welt eine moralische Gleichsetzung zwischen der IDF und der Hamas hergestellt“, sagte er.
Chikli zeigte sich erleichtert, dass nun „die Wahrheit ans Licht gekommen ist“, und sprach den festgenommenen Soldaten sowie ihren Familien sein Mitgefühl aus. Diese hätten „gemeinsam eine wahre Hölle durchlebt“.
Zugleich gratulierte er dem neuen Militärgeneralstaatsanwalt zu der „Rückgratstärke und dem Mut“, eine Entscheidung getroffen zu haben, die die „schrecklichen Ungerechtigkeiten anerkennt, die während dieser Affäre begangen wurden“.





Linke Israelis wünschen zwar in ihrer Mehrheit nicht die Vernichtung des jüdischen Staates, legen aber immer wieder Steilvorlagen vor, die von den Todfeinden Israels gerne aufgegriffen wird. Da macht die ehemalige Generalmajorin und Militärstaatsanwältin Yifat Tomer-Yerushalmi keine Ausnahme. Statt jedes Material auf Plausibilität oder Fälschung auch nur grob zu prüfen, werden „Skandale“ direkt an die Öffentlichkeit durchgereicht. Dabei werden solche erhobenen Vorwürfe von palästinensischer Seite inzwischen gewohnheitsmäßig als Propagandamittel eingesetzt, nicht zuletzt mit der Absicht, die israelische Gesellschaft in innere Konflikte zu verwickeln. Es ist auch keineswegs das erste Mal, dass Behauptungen, misshandelt worden zu sein, schlichtweg erfunden sind. Die skrupellos israelfeindliche NGO amnesty international ist ein dankbarer Abnehmer solcher Geschichten.
Konsequenzen wie die überfällige Justizreform sind nicht nur dringend notwendig, sondern immer mehr überlebenswichtig.