Beim Durchstöbern der sozialen Netzwerke war ich erneut schockiert über die weit verbreitete Leugnung, dass Hamas und ihre Horden aus Gaza während der brutalen Invasion Süd-Israels am 7. Oktober 2023 israelische Frauen vergewaltigt hätten. Die schiere Zahl der Menschen, die das an jenem Tag begangene Böse relativieren wollen, erinnert auf abscheuliche Weise an Versuche, den Holocaust zu leugnen. Und ähnlich wie damals scheinen diese Menschen ihre eigenen Lügen zu glauben.
Angetrieben wird diese Lügenpropaganda von den etablierten Medien – auch in Israel (gemeint ist hier insbesondere Haaretz) –, die im besten Fall infrage stellen, ob es überhaupt Vergewaltigungen gab, und nicht selten die Unwahrheit mitverbreiten, Hamas-Dschihadisten seien zu fromm, um ein solches Verbrechen gegen den Koran zu begehen.
Verfechter dieser Erzählung behaupten, Israel und die angeblichen Opfer hätten nicht ausreichend Beweise vorgelegt, um die Angelegenheit ein für alle Mal zu klären. Aber hat man jemals gehört, dass Vergewaltigungsopfer derart gedrängt werden, öffentlich Beweise zu liefern und offen über das Geschehene zu sprechen? Natürlich nicht. Im Gegenteil: In jedem anderen Fall werden Opfer vor öffentlicher Aufmerksamkeit geschützt – aus Rücksicht auf ihren emotionalen Zustand und das Gefühl völliger Verletzlichkeit, das eine Vergewaltigung mit sich bringt. Doch diese Sensibilität wird israelischen Frauen nicht entgegengebracht.
Lassen Sie uns klar sein: Es gibt Beweise. Doch Israel ist nicht so unsensibel, das seelische Wohlbefinden dieser Frauen dem Gerichtshof der öffentlichen Meinung zu opfern.
Genügend Experten und Journalisten haben die Beweise gesehen, um sachlich darüber berichten zu können. Die New York Times hat dies – wenn auch spät – getan. In einem Podcast, den ich diese Woche hörte, sprach auch der britische Analyst Maj. (a. D.) Andrew Fox unmissverständlich die Wahrheit aus:
„Bei welcher Vergewaltigung in der Geschichte wird gefordert, dass alle Beweise öffentlich gemacht werden? Das ist absurd. Es zeigt keinerlei Respekt gegenüber den Opfern. Es gibt Beweise, und ich habe sie gesehen. Auf einem Militärstützpunkt in Israel nördlich von Tel Aviv – Glilot – werden die Beweise für die sexuellen Übergriffe aufbewahrt. Bestimmte Personen wurden eingeladen, sie zu sehen. Und leider bin ich einer davon.
Ich war mit einer militärischen Delegation hochrangiger, pensionierter NATO-Generäle dort, und ich habe noch nie erlebt, wie kampferprobte Soldaten mit 35 Jahren Dienstzeit in solche Wut und Entsetzen versetzt wurden. Es war das Schlimmste, was ich je in meinem Leben gesehen habe. Allein darüber zu sprechen, lässt mich erschauern.
Ich werde nicht ins Detail gehen, was ich gesehen habe, aber es steht absolut außer Frage, dass es sexuelle Übergriffe gab. Dass Menschen das leugnen, ist widerwärtig.“
Fox meint, der Begriff „antisemitisch“ werde heute etwas zu inflationär verwendet, was die Ernsthaftigkeit des Phänomens entwerte. Doch in diesem Fall halte er den Begriff für angemessen:
„Es ist antisemitisch, jüdischen Frauen nicht zu glauben, wenn sie sagen, sie seien vergewaltigt worden.“
Erlaubt der Islam Vergewaltigung?
Viele argumentieren, am 7. Oktober 2023 oder während der langen Gefangenschaft israelischer Frauen könne es keine Vergewaltigungen gegeben haben, weil Hamas eine fromme islamische Bewegung sei und der Islam Vergewaltigung verbiete.
Aber wie stichhaltig ist diese pauschale Behauptung?
Der IS und andere dschihadistische Bewegungen – einige von ihnen beherrschen heute Teile Syriens – haben ganz offen erklärt, es sei religiös gerechtfertigt, jesidische, christliche und sogar schiitisch-muslimische Frauen als Kriegsbeute zu nehmen und als Sexsklavinnen zu behandeln.
Im Jahr 2014 veröffentlichte der IS ein offizielles Schriftstück mit dem Titel „Fragen und Antworten zu Gefangenen und Sklaverei“, in dem anhand koranischer Texte und islamischer Überlieferung Folgendes festgelegt wurde:
- „Allah, der Erhabene, hat es erlaubt, [weibliche Gefangene] zu nehmen. Der Prophet und seine Gefährten nahmen sie während des Dschihad gegen Ungläubige.“
- „Es ist erlaubt, mit der weiblichen Gefangenen Geschlechtsverkehr zu haben. Allah, der Erhabene, sagte: ‚[Ausgenommen sind] ihre Ehefrauen oder die, die ihre rechte Hand besitzt…‘ [Koran 23:6].“
- „Die weibliche Gefangene kann gekauft, verkauft oder verschenkt werden, da sie als Eigentum gilt.“
- „Wenn sie [die Ehefrau eines Ungläubigen] gefangen genommen und zur Sklavin wird, ist ihre Ehe annulliert, und der Besitzer darf mit ihr verkehren.“
In Videoaufnahmen, die Hamas-Kämpfer am 7. Oktober 2023 selbst gemacht haben, hört man, wie sie israelische Frauen als „Sabaya“ bezeichnen – ein mittelalterlicher islamischer Begriff, der das Opfer meist einem Leben sexueller Sklaverei auslieferte. Dasselbe Wort verwendete auch der IS.
Randständige Ideologie – oder eine anhaltende Bedrohung?
Typischerweise, wenn dieses Thema angesprochen wird, beharren Verteidiger der Palästinenser darauf, „Sabaya“ sei ein veralteter Begriff und diejenigen, die ihn praktizieren, seien Randfiguren. Doch sie ignorieren dabei erneut die Tatsachen.
Der IS war groß und mächtig genug, mit weltweiter Anhängerschaft weite Teile des Nahen Ostens zu erobern. Aus seinen Ablegern sind heute Regime hervorgegangen, die Teile Syriens regieren. Sie sind keine Randgruppe.
Hamas ist mit Abstand die beliebteste palästinensische Fraktion, und Umfragen zeigen, dass sie auch heute noch Wahlen gewinnen würde – wie schon 2006. Auch sie ist keine Randgruppe.
Boko Haram wütet nach Belieben im Norden Nigerias, und niemand scheint in der Lage oder willens zu sein, sie zu stoppen. Auch sie sind keine Randgruppe.
Wenn selbst nur 10 Prozent der Muslime (eine sehr niedrige Schätzung) das Nehmen von „ungläubigen“ Sexsklavinnen (also Vergewaltigung) als legitime Kriegsführung ansehen und praktizieren, sind das immer noch 190 Millionen Menschen – mehr als die Bevölkerung jedes europäischen Landes.
Und wenn der sogenannte „Mainstream-Islam“, der angeblich die Vergewaltigung von Ungläubigen ablehnt, nicht in der Lage oder willens ist, sie aufzuhalten, dann haben wir ein Problem – ganz gleich, was die Apologeten behaupten.




