Bei einem schweren Zwischenfall im nördlichen Gazastreifen sind zwei israelische Reservisten ums Leben gekommen. Wie die israelische Armee am Freitagmorgen mitteilte, handelt es sich um Nadav Kali, 24, aus Har Halutz in Galiläa, und Ofek Moalem, 23, aus Jerusalem. Beide dienten als Kämpfer im 7007. Bataillon der 16. Brigade.
Der Zwischenfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag in einem israelischen Militärposten im nördlichen Gazastreifen nahe Beit Hanun. Nach den bisherigen Erkenntnissen waren die Soldaten im Rahmen einer Operation mit dem Einsatz von Sprengdrohnen beschäftigt. Die erste Drohne erfüllte ihre Mission ohne Zwischenfall. Eine zweite Drohne stürzte jedoch kurz nach ihrem Start innerhalb des israelischen Postens ab.
We mourn the loss of two IDF soldiers from the 7007th Battalion, 16th Brigade, who fell in combat in Gaza:
🕯️ Master Sergeant (Res.) Nadav Kali, 24, from Har Halutz.
🕯️ Master Sergeant (Res.) Ofek Moalem, 23, from Jerusalem.
Our hearts are with their families and loved ones.… pic.twitter.com/N5UiKrlTv7
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) September 25, 2026
Kali und Moalem näherten sich der abgestürzten Drohne. Nach ersten Erkenntnissen nahmen sie das Fluggerät auf, woraufhin es explodierte. Beide Soldaten wurden lebensgefährlich verletzt, zunächst vor Ort medizinisch behandelt und anschließend in das Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon gebracht. Dort erlagen sie ihren Verletzungen. Weitere Soldaten wurden bei dem Zwischenfall nach Angaben der Armee nicht verletzt.
Warum die Drohne abstürzte und weshalb der Sprengsatz erst explodierte, nachdem sich die beiden Soldaten dem Fluggerät genähert hatten, ist bislang ungeklärt. Die Armee untersucht mehrere Möglichkeiten, darunter eine technische Fehlfunktion sowie mögliche Störungen der Kommunikationsverbindung zur Drohne. Auch die Frage, ob eine feindliche Einwirkung auf das Funksignal eine Rolle gespielt haben könnte, wird geprüft. Nach derzeitiger Einschätzung der Armee verfügt die Hamas allerdings nicht über entsprechende Fähigkeiten, die als wahrscheinliche Ursache des Vorfalls gelten.
Israelische Medien berichten, dass es sich bei dem beteiligten Fluggerät um eine Sprengdrohne des Typs „Atalef“ – hebräisch für „Fledermaus“ – gehandelt haben soll. Die Armee hat diesen konkreten Drohnentyp bislang nicht offiziell bestätigt. Nach Angaben von Walla handelt es sich um ein regulär eingesetztes militärisches System, dessen Einsatz im Rahmen der Operation von den zuständigen Kommandeuren genehmigt worden war.
Als unmittelbare Konsequenz des Unglücks ordnete die Armee an, den Einsatz kleiner Drohnen mit Sprengladungen vorerst auszusetzen. Davon betroffen sind sowohl Angriffsdrohnen als auch Fluggeräte, die Sprengsätze über einem Ziel abwerfen können. Die Maßnahme soll gelten, bis die ersten Ergebnisse der Untersuchung vorliegen.
Verteidigungsminister Israel Katz sprach den Familien der beiden gefallenen Reservisten sein Beileid aus. Kurz vor dem Sukkot-Fest hätten zwei Familien die schlimmstmögliche Nachricht erhalten, erklärte Katz. Im Namen des gesamten israelischen Sicherheitsapparates übermittelte er den Angehörigen sein tief empfundenes Mitgefühl und schloss mit den Worten: „Möge das Andenken an Nadav und Ofek gesegnet sein.“
Nach Angaben der israelischen Armee sind seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 insgesamt 970 israelische Soldaten gefallen.



