MitgliederWenn jeder rechts ist, ist dann überhaupt jemand rechts?

Ein merkwürdiger Aspekt der Wahlen Anfang April bestand darin, dass so viele Spitzenkandidaten darauf pochten, als rechts eingestuft zu werden oder zumindest nicht als Linke zu gelten.

von Ryan Jones und Tsvi Sadan |
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Ihnen blieb auch nichts anderes übrig, da die überwiegende Mehrheit der israelischen Wahlberechtigten zwischen 18 und 35 Jahren nach rechts tendiert.

Während einer Wahlkundgebung nur wenige Tage vor der Wahl wurde der Vorsitzende der in Umfragen führenden „Blau-Weiß-Partei“, der ehemalige Armeechef Benny Gantz, gefragt, ob er mit Jitzchak Rabin zu vergleichen sei, den viele instinktiv mit der Linken identifizieren. Gantz antwortete, dass Rabin falsch etikettiert sei: „Rabin war in der Mitte, ein bisschen links, ein bisschen rechts, wie auch immer Sie ihn definieren wollen.“ In einem früheren Interview mit der Zeitung Yom Leyom bestand Gantz darauf, nicht als Linker bezeichnet zu werden. Der ehemalige General insistierte, dass er in Sicherheitsfragen rechtsgerichtet sei, während er sich in sozioökonomischen Angelegenheiten eher nach links neige. Der amtierende Premierminister hingegen war deutlicher mit seiner eigenen Einordnung. Der Slogan, der auf Wahlplakaten in der ganzen Nation prangte, lautete: „Netanjahu. Rechts. Stark. Erfolgreich.“ Natürlich wissen diejenigen, die die israelische Politik genau genug verfolgen, dass Netanjahu auch in sozioökonomischen Fragen recht liberal ist.

Die Sache ist, dass die meisten Israelis nicht...

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