Weitere rätselhafte Funde unterhalb des Tempels

Eine neue Entdeckung wirft neue Fragen über das Leben rund um den Tempelberg zur Zeit Jesu auf

Weitere rätselhafte Funde unterhalb des Tempels
Yonatan Sindel/Flash90

Archäologen haben ein System unterirdischer Räume freigelegt, die tief aus dem Grundgestein unter dem Tempelberg gehauen wurden und aus der Zeit Jesu stammen.

Wofür wurden diese Räume und Tunnel genutzt und was können sie uns über die Zeit sagen, als es den Tempel noch gab? Aus welchem Grund haben die Juden vor 2000 Jahren weit unterhalb ihres Tempels in der Nähe der Westmauer Tunnel und Räume angelegt? Dies sind einige der Fragen, die momentan debattiert werden.

Die unterirdischen Bauwerke sind die ersten ihrer Art, die unterhalb der Tunnel unter dem Platz an der heutigen Klagemauer entdeckt worden sind. Das System von Steinräumen und Gängen mit zahlreichen Artefakten wurde von Archäologen der Israelischen Antikenbehörde (IAA) unter dem Mosaikboden eines großen Bauwerks aus der byzantinischen Zeit entdeckt.

Das unterirdische System besteht aus zwei Räumen, die in drei übereinanderliegende Ebenen unterteilt und durch behauene Treppen um einen offenen Hof herum miteinander verbunden sind.

Archäologen zeigen neu entdeckte Strukturen, die in der Nähe des Tempelbergs direkt in den Felsgrund gehauen wurden.

„Die reiche Fülle an Funden, die bei dieser Ausgrabung entdeckt worden sind, wirft Licht auf das tägliche Leben der Bewohner der antiken Stadt, berichteten Dr. Barak Monnickendam-Givon und Tehila Sadiel, die im Auftrag der IAA die Ausgrabung leiten. „Unter anderem fanden wir Tonkochgefäße, Öllampen, die für Licht verwendet wurden, einen Steinbecher, der nur an jüdischen Stätten aus der zweiten Tempelperiode zu finden ist, und ein Fragment eines Qalal – ein großes Steinbecken, das zur Aufnahme von Wasser verwendet wurde und vermutlich mit jüdischen Praktiken ritueller Reinheit in Verbindung steht. Dies ist ein einzigartiger Fund“, sagten sie.

Es gibt mindestens ein Geheimnis, das diese außergewöhnlichen Funde zu beweisen scheinen: Als die Juden wegen der römischen Beschränkungen nicht zum Tempel gehen konnten, oder sogar nach 70 n. Chr., als der Tempel zerstört wurde, fanden die Juden einen Weg, so nahe wie möglich an den Tempel heranzukommen, um zu beten.

Antike Öllampen, die von Juden vielleicht benutzt wurden, wenn sie heimlich in der Nähe des ehemaligen Zweiten Tempels beteten.

Archäologen fanden desweiteren in die Steinmauern gehauene Nischen für Öllampen. An den Eingängen zu den Räumen gab es auch Platz für Türscharniere und Riegel, die zeigen, dass die unterirdische Wohnanlage täglich genutzt wurde.

Die IAA bereitet derweil die Stätte für einen neuen Rundgang vor, der Teil der von der Western Wall Heritage Foundation durchgeführten Klagemauer-Tunnel-Tour sein wird.