Warum setzt sich niemand für die Palästinenser in Syrien ein?

Die Dschihadisten verjagen die Palästinenser aus ihrem Flüchtlingslager Jarmuk am Stadtrand von Damaskus. Noch 2.000 Palästinenser sind in den letzten Tagen aus dem syrischen Flüchtlingslager gemäß syrischen Oppositionsquellen geflohen. In den israelischen und palästinensischen Medien werden die jüngsten Entwicklungen in Jarmuk, indem nur noch weniger als 16.000 Palästinenser leben, täglich verfolgt.

Warum setzt sich niemand für die Palästinenser in Syrien ein?

Die Dschihadisten verjagen die Palästinenser aus ihrem Flüchtlingslager Jarmuk am Stadtrand von Damaskus. Noch 2.000 Palästinenser sind in den letzten Tagen aus dem syrischen Flüchtlingslager gemäß syrischen Oppositionsquellen geflohen. In den israelischen und palästinensischen Medien werden die jüngsten Entwicklungen in Jarmuk, indem nur noch weniger als 16.000 Palästinenser leben, täglich verfolgt. Syrische Palästinenser flehen über die Medien um Hilfe, doch keiner greift an. „Heute habe ich mich auf die zerbombten Straßen gewagt um Essen für meine Kinder zu suchen“, sagte ein 30-Jähriger Palästinenser namens Mahmud der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot am Telefon. „Gestern wurde mein Nachbar von Scharfschützen erschossen. Heute haben wir ihn begraben. Wir leben in einer Hölle. Das ganze Lager ist umzingelt und wir haben nichts zu essen.“ Über die israelische Zeitung fleht Mahmoud Israel um Hilfe: „Ihr seid barmherziger als alle Araber im Nahen Osten. Die Dschihadisten haben das Lager erobert.

Andere Milizen schießen rundherum um sich und Assads Soldaten beschießen alle anderen. Und wir? Wir haben Angst und warten auf die Erlösung. IS-Dschihadisten enthaupten Palästinensern.“ Ähnliches melden auch die palästinensischen Medien. Ein Tag später berichtete auch die israelische Webseite NRG über Telefongespräche mit Palästinensern aus Jarmuk.

Palästinenserchef Mahmoud Abbas und sein PLO Repräsentant in Syrien Anwuar Abed Al-Hadi betonte wiederholt, dass sie ihren palästinensischen Geschwistern in Syrien nicht helfen können. In diesem Fall gehen sie nicht einmal vor das Internationale Strafgerichtshof in Den Haag oder rufen die UNO oder die EU dazu auf, gegen die brutale Eroberung der Dschihadisten einzugreifen. Die Palästinenser hüten sich einen taktischen Fehler gegenüber den sunnitischen Dschihadisten zu machen, die ihre Wut noch auf weitere Palästinenserlager ausbreiten könnten. Abbas und Al-Hadi rufen nur die islamischen Milizen und die syrische Regierung auf, die Palästinenser in Jarmuk zu verschonen. Alles andere hat aus palästinensischer Sicht keinen politischen Effekt.

„Hätte sich Israel so schrecklich gegenüber den Palästinensern verhalten wie die Dschihadisten, dann hätten sie Israel schon längst vor der gesamten Weltbühne angeklagte“, sagte israel heute ein palästinensischer Journalist aus Nablus. „Nicht nur dass, ihr werdet für alles Mögliche angeklagt, was nicht einmal eine Anklage wert ist und dies schluckt der Westen runter.“ Auch wenn er dies zynisch betonte, so ist dies ein tragischer Fakt. In Gesprächen mit Palästinensern, die man kennt, hört man von ihnen dieselbe Stellung. „Sich mit den Dschihadisten aus dem Islamischen Kalifenstaat anzulegen traut sich die Palästinenserführung nicht, mit Israel ja.“ Aber selbst der Westen bleibt stumm und reagiert nicht auf das Flehen der Palästinenser in Syrien, nicht einmal UNRWA, die Israel für das alles Leiden der Palästinenser im Gazastreifen rund um die Uhr angreift.

Wie sehr die Welt ihren Mund hält und nicht zur Hilfe der Palästinenser eingreift, kommt selbst in palästinensischen Karikaturen zum Ausdruck (siehe Bild). In einer anderen Karikatur ist der Palästinenservater Mohammed Dura mit seinem Sohn Jamal während der zweiten Intifada (2000) im Gazastreifen zu sehen:

Damals versteckte er sich hinter ein Fass vor dem Feuerwechsel und 15 Jahre später greifen Assads Soldaten Palästinenser in Syrien mit Sprengstofffässern vom Himmel her an. Und in den palästinensischen Medien entschuldigt sich die Palästinenserführung immer wieder, dass sie in diesem Fall nichts machen können. Und sofort geht die Kritik an Israel weiter. „Benjamin Netanjahu ist wie der islamische Führer Abu Bakr Al Baghdadi und der Judenstaat Israels ist genauso brutal wie der Islamische Kalifenstaat“, sagte gestern der palästinensische Unterhändler Saeb Arekat. Und diese Kritik ließ er laut, weil Israel palästinensische Steuergelder aufhält, unter anderem weil die palästinensische Autonomie gegenüber Israels Stromwerk Schulden in Höhe von 2 Mrd. Schekel (etwa 460 Millionen Euro) sind.

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