Die israelische Armee hat als Reaktion auf die Angriffe seit gestern insgesamt 65 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Man sei nicht an einer weiteren Eskalation der Situation interessiert, erklärte ein Sprecher der Armee. Seit heute früh um 5 Uhr ist es still, es hat keinen Raketenbeschuss mehr gegeben.
Gestern Abend gab es Berichte, wonach die Hamas und der Islamische Jihad sich mit Israel auf einen Waffenstillstand geeinigt hätten. Doch davon wusste man auf israelischer Seite nichts. Es wird angenommen, dass die Hamas und der Jihad damit den Eindruck erwecken wollten, als habe man bei der Auseinandersetzung mit Israel ein „Unentschieden“ erreicht, als hätten die Terrororganisationen mit dem Beschuss israelischer Orte etwas erreicht, was die israelische Armee zum Umdenken zwinge.
Doch einem Bericht des Nachrichtenportals Ynet zufolge handelte sich nicht um einen Waffenstillstand, sondern nur um eine Vereinbarung zwischen den Terroristen und den Ägyptern, denen sie erklärten, den Beschuss auf Israel einseitig einzustellen in der Hoffnung, dass auf israelischer Seiter nach der Formel „Ruhe für Ruhe“ gehandelt werde.
Israel war gestern nicht dazu bereit, mit der Hamas oder dem Islamischen Jihad auf irgendeine Abmachung einzugehen, solange noch geschossen würde. Wenn der Beschuss aus dem Gazastreifen eingestellt werde, dann würde Israel auch nicht mehr im Gazastreifen angreifen. Das hörte man im Gazastreifen nicht gerne, was der Grund für den Beschuss nach der „Verkündung“ des Waffenstillstandes von gestern Abend gewesen war.
Zur Stunde ist es weiterhin ruhig. Im Gazastreifen scheint vom hohen Ast runtergestiegen zu seien, auf dem sie gestern gestiegen waren mit der Verkündung über die Einigung mit Israel auf einen Waffenstillstand, die es nicht gegeben hat. Dabei ist es doch so einfach: Keine Raketen auf Israel = Keine Angriffe im Gazastreifen. Denn Israel hat momentan kein Interesse daran, die Kontrolle der Hamas über den Gazastreifen zu beenden, denn es gibt niemanden, der die Kontrolle übernehmen könnte. Und eine Anarchie im Gazastreifen ist das letzte, woran Israel interessiert ist. Daher bemüht sich die israelische Armee immer darum , den Terrororganisationen ein Ende der Eskalation zu ermöglichen, ohne das diese zugeben müssen, die Verlierer der letzten Runde der Gewalt gewesen zu sein.
Bild: Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)




