Lord Arthur James Balfour GPO
Israel

Von Balfour zum Staat

Es war der 4. April 1920, als der erste Schuss des israelisch-arabischen Konflikts fiel und die Araber die Juden der Jerusalemer Altstadt ohne Vorwarnung angriffen.

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Die Attacke kam aus heiterem Himmel und dauerte fünf Tage. Sechs Tote und 211 Verletzte hatten die Juden zu beklagen. Die jüdische Gemeinde war bis ins Mark erschüttert.

S o überraschend der Übergriff geschah, so eindeutig war er aus heutiger Sicht eine Reaktion auf die Balfour-Deklaration vom 2. November 1917. Das knappe Dokument, monatelang behutsam ausformuliert, trägt die Unterschrift des britischen Außenministers Arthur James Balfour. In dem Abschnitt, der die jüdische Welt in Aufregung versetzte, heißt es unter anderem: „Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern.“

Bei der Gedenkveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum der Balfour-Deklaration würdigte Benjamin Netanjahu, diese habe „die internationale Unterstützung für den Zionismus wie nichts zuvor gebündelt und den Weg für die zionistische Bewegung geebnet“. Er sagte aber auch, dass die spätere britische Abweichung von der Zusage, dem jüdischen Volk eine Heimat zu schaffen, genausowenig vergessen werden könne. Es sei tragisch, dass es drei Jahrzehnte gedauert habe,…